Ratgeber

Online-Marktplätze: Kaufland, OTTO und Etsy im Vergleich

Wer in Deutschland einen zweiten Verkaufskanal sucht, landet nach eBay und Amazon fast zwangsläufig bei drei Namen: Kaufland, OTTO und Etsy. Die englischsprachigen Marktplatz-Listen, die bei dieser Suche oben stehen, kennen die ersten beiden überhaupt nicht. Kaufland Global Marketplace und OTTO Market sind deutsche Marktplätze, und was sie von einem Verkäufer verlangen, steht in keinem amerikanischen Ratgeber.

Die meisten Vergleiche beginnen an der falschen Stelle. Sie stellen Gebühren nebeneinander und behandeln die Zulassung als Fußnote. In Deutschland ist es umgekehrt: OTTO Market schließt Kleinunternehmer nach § 19 UStG namentlich vom Verkauf aus, also genau die Rechtsform, mit der die meisten anfangen. Ein Kostenvergleich nützt wenig, wenn die Tür schon vorher zu ist.

Diese Seite geht deshalb in der Reihenfolge vor, in der die Entscheidung tatsächlich fällt: erst wer zugelassen ist, dann was es fix im Monat kostet, dann die Provision und zuletzt die Frage, die kein Marktplatz freiwillig beantwortet, nämlich ob sich dort überhaupt etwas verkauft. Alle Gebühren stammen von den Seiten der Marktplätze selbst und wurden am 13.09.2026 abgerufen; die Kaufland-Angaben wurden am 27.09.2026 erneut gelesen und um Zulassung und Auszahlung ergänzt. Verbindlich ist immer die verlinkte Originalseite.

Drei Modelle, nicht fünf Namen

Bevor Markennamen sinnvoll werden, hilft die Unterscheidung nach Modell, denn der Name folgt aus dem Modell und nicht umgekehrt.

Der Marktplatz. Du stellst Artikel in ein fremdes Schaufenster, der Marktplatz bringt die Käufer und behält einen Anteil. eBay, Amazon, Kaufland, OTTO und Etsy gehören alle hierher. Der Unterschied liegt im Publikum, in der Provision und in den Bedingungen für die Zulassung.

Der eigene Shop. Bei Shopify oder einem vergleichbaren Shopsystem zahlst du keine Provision an einen Marktplatz, dafür bringst du die Besucher selbst mit. Das ist kein besserer Kanal, sondern ein anderes Kostenmodell: Die Provision wird zu Werbebudget. Für den zweiten Kanal neben eBay ist das selten der nächste Schritt, weil dort alles gleichzeitig neu ist.

Der Kleinanzeigenmarkt. Kleinanzeigen und ähnliche Portale sind kein Marktplatz im obigen Sinn und haben mit eBay.de nichts zu tun, auch wenn der frühere Name das nahelegt. Sie eignen sich zum Ausmisten, nicht zum Aufbau eines Sortiments.

Diese Seite behandelt das erste Modell, und dort die drei Kanäle, die neben eBay und Amazon in Deutschland tatsächlich Reichweite haben.

Was die drei Marktplätze kosten

Die Grundgebühr fällt monatlich an, unabhängig davon, ob etwas verkauft wird:

KanalGrundgebührProvision je Verkauf
Kaufland39,95 € Basic, 59,95 € Plus (zzgl. MwSt.)7% bis 16% je Kategorie, auf den Bruttopreis inkl. Versand
OTTO Market99,90 €7% bis 22% je Sortimentsgruppe, inkl. 2,7% Zahlungsgebühr
Etsykeine0,17 € je Angebot, 6,5% Transaktion, 4% plus 0,30 € Zahlung
Amazon.de39 € (zzgl. MwSt.) oder 0,99 € je Artikel ohne Aboje nach Kategorie, siehe Amazons Gebührenseite
eBay privatkeine0,00 € in Deutschland, 320 Angebote im Monat frei
eBay gewerblichShop ab 39,95 €, optional7% bis 16% je Kategorie, plus 0,35 € je Bestellung (0,45 € ab 10,00 €)

Der Preis ist aber nur die zweite Frage. Die erste ist, wer überhaupt hineindarf:

KanalWer zugelassen ist
KauflandGewerbetreibende jeder Rechtsform, aber nur mit offizieller EAN je Produkt
OTTO Marketnur gelistete Rechtsformen, Kleinunternehmer nach § 19 UStG ausgeschlossen
Etsyoffen, einmalige Einrichtungsgebühr bei der Anmeldung
Amazon.degewerblich
eBay.dePrivatpersonen und gewerbliche Verkäufer, mit getrennten Gebührentabellen

Die eBay-Zahlen stammen unverändert aus unserer eigenen Übersicht der eBay-Gebühren mit Stand 08.09.2026, die alle Bausteine einzeln aufführt. Für Amazon nennt diese Seite bewusst nur die beiden Kontopreise: Die Gebührentabelle nach Kategorien liefert Amazon erst im Browser nach, und eine Zahl ohne belastbare Quelle wird hier nicht gedruckt.

Kaufland: die Zahlen, nach denen gesucht wird

Kaufland verkauft nicht nur nach Deutschland: Die Konditionenseite führt neben Deutschland auch Österreich, Tschechien, die Slowakei, Polen, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande als eigene Kaufland-Marktplätze, und die Grundgebühr gilt laut Kaufland für alle zusammen.

Das Modell hat genau zwei Posten. Die monatliche Grundgebühr beträgt 39,95 € im Basic-Tarif und 59,95 € im empfohlenen Plus-Tarif, beide zzgl. MwSt., monatlich wechselbar und kündbar. Dazu kommt je Verkauf eine Provision. Wichtig für die Kalkulation ist die Bemessungsgrundlage: Kaufland berechnet sie auf den Brutto-Verkaufspreis inklusive Versandkosten zzgl. MwSt. Wer die Versandkosten in den Preis rechnet, zahlt also auch darauf Provision.

Die Spanne in Deutschland reicht von 7% bis 16%:

KategorieProvision
Computer, Unterhaltungselektronik, Reifen und Felgen7%
Haushaltselektronik, Großgeräte7%
Werkzeug und Gartengeräte, Parfüm10%
Möbel und Wohnen, Baumarkt, Spielwaren, Sport, Babyprodukte, Fahrräder13%
Medien, also Bücher, CDs, DVDs, Vinyl13% plus 0,70 € je Artikel
Garten, Bekleidung, Schuhe, Taschen, Küche und Haushalt, Tierbedarf14%
Schmuck16%
alle anderen Kategorien13%

Weitere Pflichtposten nennt Kaufland nicht. Die Konditionenseite führt neben der Grundgebühr ausdrücklich nur die Verkaufsprovision auf, und eine gesonderte Einstellgebühr steht dort nicht. Was zusätzlich Geld kostet, ist buchbar und keine Voraussetzung: Gutscheine kosten 49 Cent je eingelöstem Gutschein unter 100 € Warenwert und 99 Cent darüber, der Performance Coach 399 € im Monat bei sechs Monaten Laufzeit. Der EPR-Service, mit dem Kaufland einen Teil der gesetzlichen Verpackungs- und Entsorgungspflichten übernimmt, kostet 1,90 € im Monat je Produktkategorie, für die eine EPR-Nummer genutzt wird. Für deutsche Verkäufer ist er allerdings ohne Belang: Kaufland bietet ihn nach eigener Angabe nur für die Vertriebskanäle Frankreich, Italien und Spanien an. Die deutschen Verpackungspflichten bleiben damit vollständig deine eigenen.

Wer bei Kaufland überhaupt hineindarf

Die Zulassung ist bei Kaufland offener als bei OTTO und trotzdem kein Selbstläufer. Eine Rechtsform schließt Kaufland nicht aus, es verlangt schlicht ein ausgeübtes Gewerbe. Die vier Grundvoraussetzungen stehen auf der Registrierungsseite:

  • ein ausgeübtes Gewerbe, also kein Privatverkauf
  • telefonische und schriftliche Erreichbarkeit
  • keine Artikel aus verbotenen Kategorien
  • eine offizielle EAN, also eine GTIN, für jedes einzelne Produkt

Der letzte Punkt entscheidet häufiger als die Provision. Wer Restposten, Sonderposten, Gebrauchtes oder No-Name-Ware ohne Barcode handelt, hat für genau diese Artikel keine GTIN, und damit ist Kaufland für dieses Sortiment geschlossen. Auf eBay wäre dieselbe Ware problemlos einstellbar. Das ist der praktische Unterschied zwischen den beiden Kanälen, und er steht in keiner Gebührentabelle.

An Unterlagen verlangt Kaufland bei Einzelunternehmen eine Ausweiskopie mit Verifizierung über IDnow sowie den Gewerbeschein, bei GmbH, OHG und KG zusätzlich einen Handelsregisterauszug und die Ausweise aller Unternehmensvertreter. Händler mit Sitz in der EU brauchen eine Umsatzsteuer-ID und eine OSS-Nummer. Wer mindestens ein Viertel der Anteile hält, muss als wirtschaftlich Berechtigter offengelegt werden. Vertragspartner ist die Kaufland Marketplace GmbH.

Zwei Betriebspflichten kommen dazu, die bei neun Marktplätzen in acht Ländern ins Gewicht fallen: Produktdaten und Kundenkommunikation müssen in der Landessprache des jeweiligen Marktplatzes vorliegen. Kaufland stellt dafür eine kostenfreie Übersetzung der Produktdaten und ein übersetzendes Ticketsystem bereit, beides im Seller Portal zu aktivieren. Der Versand liegt beim Händler, und die Retourenadresse muss innerhalb der EU liegen.

Wann das Geld ankommt

Der Posten, den kaum ein Vergleich nennt, ist der Zahlungslauf, und bei Kaufland ist er lang. Die Verkaufserlöse werden erst 14 Tage nach Zustellung der Ware beim Kunden im Seller Portal freigegeben, und wenn keine Sendungsnummer vorliegt, erst 21 Tage nach der Versandmarkierung. Ein offenes Ticket unterbricht dieses Intervall. Erst nach der Freigabe lässt sich das Guthaben auf das eigene Geschäftskonto überweisen, die Abrechnung des Vormonats stellt Kaufland am Ersten des Folgemonats bereit.

Die Provision geht den umgekehrten Weg: Kaufland berechnet sie auf den Verkaufspreis inklusive Versandkosten und stellt sie am Tag der Bestellung in Rechnung. Wer aus dem Ausland versendet, zahlt auf die Provision keine Umsatzsteuer. Für die Kalkulation heißt das: Die Gebühr ist fällig, bevor der Erlös verfügbar ist. Wer Ware einkauft und den Verkaufserlös sofort wieder für Nachschub braucht, muss rund drei Wochen überbrücken, und bei kleinem Kapital ist das eine härtere Grenze als die 39,95 € im Monat.

OTTO Market: die härteste Eintrittshürde

Bei OTTO steht die teuerste Bedingung nicht im Preisblatt. Der Marktplatz akzeptiert nur eine geschlossene Liste von Rechtsformen, und die Formalienseite sagt wörtlich, dass alle anderen Rechtsformen einschließlich Kleinunternehmer nach § 19 UStG vom Verkauf über den Marktplatz ausgeschlossen sind.

Das ist die Stelle, an der viele deutsche Einsteiger ausscheiden, bevor sie die Gebühren überhaupt gelesen haben. Die Kleinunternehmerregelung ist der Normalfall für kleine Umsätze, und genau sie ist hier ein Ausschlussgrund. Was OTTO darüber hinaus verlangt:

  • eine eigene deutsche Umsatzsteuer-ID, wobei die eines Organträgers nicht genügt
  • ein Geschäftskonto im SEPA-Raum für den Einzug fälliger Verbindlichkeiten
  • deutschsprachigen Kundenservice
  • Versand aus einem Lager in Deutschland oder der EU
  • Rücknahme von Retouren in Deutschland oder einem der gelisteten EU-Länder

Erst danach kommt das Geld. Die Grundgebühr beträgt 99,90 € im Monat, unabhängig davon, wie viele Artikel im Sortiment stehen, und sie fällt an, sobald der Verkauf technisch möglich ist, also auch dann, wenn noch nichts eingestellt wurde. Der Vertrag ist mit einem Monat zum Monatsende kündbar.

Die Provisionen sind nach Sortimentsgruppen gestaffelt und liegen zwischen 7% und 22%. In allen Sätzen sind 2,7% Zahlungsgebühr bereits enthalten, was den Vergleich mit Kaufland fairer macht, als die nackten Prozente vermuten lassen. Elektronik und PC-Komponenten liegen bei 7%, Baumarkt und Werkzeuge bei 13%, Garten und Tierbedarf bei 15%. Mehrere Gruppen sind zusätzlich nach Verkaufspreis gestaffelt: Bei Damenbekleidung gelten 17% auf den Anteil bis 25 €, 16% auf den Anteil darüber bis 75 € und 14% auf alles darüber, bei Möbeln 19%, 18% und 17% mit den Stufen bei 150 € und 500 €, bei Schmuck 22%, 20% und 18%. Für haltbare Lebensmittel und Tiernahrung weist OTTO seit dem 01.07.2026 10% aus, zuvor waren es 15%.

Dafür bekommt ein zugelassener Händler Reichweite, die OTTO mit 13 Millionen aktiven Kundinnen und Kunden und mehr als 3 Millionen qualifizierten Besuchen am Tag beziffert.

Etsy: keine Monatsgebühr, dafür ein anderer Markt

Etsy ist der einzige der drei ohne festen Monatsbeitrag, und für kleine Stückzahlen ist das der wichtigste Unterschied überhaupt. Die Kosten entstehen pro Angebot und pro Verkauf:

  • 0,17 € Einstellgebühr je Angebot, aktiv für vier Monate oder bis zum Verkauf
  • 6,5% Transaktionsgebühr auf den Verkauf
  • 4% plus 0,30 € Zahlungsbearbeitung bei Abrechnung über Etsy Payments
  • 15% Offsite-Ads-Gebühr, aber nur auf Verkäufe, die über diese Anzeigen zustande kommen
  • 2,5% Währungsumrechnung, wenn Shop-Währung und Auszahlungskonto auseinanderfallen

Zusätzliche monatliche Gebühren gibt es laut Etsy nicht. Es fällt allerdings eine einmalige Shop-Einrichtungsgebühr an, deren Höhe Etsy erst während der Anmeldung anzeigt und die deshalb hier nicht als Zahl steht.

Der Haken liegt nicht bei den Gebühren, sondern beim Publikum. Etsy ist der Marktplatz für Handgemachtes, Vintage und Bastelbedarf. Wer Standardware weiterverkauft, trifft dort weder auf die passende Nachfrage noch auf die passenden Regeln. Für Selbstgemachtes dagegen ist Etsy der Kanal mit dem geringsten Einstiegsrisiko von allen hier verglichenen.

Was die Grundgebühr wirklich kostet

Provisionen skalieren mit dem Umsatz, Grundgebühren nicht. Deshalb entscheidet bei kleinen Stückzahlen nicht die Provision, sondern der Fixbetrag, und genau das rechnet kaum eine Vergleichsseite vor.

Als Maßstab dient hier der tatsächliche Durchschnittspreis eines verkauften Artikels auf eBay.de: 45,29 €, über 7,37 Millionen Verkäufe der letzten 30 Tage. Die Zahlen stammen aus dem ZIK Marketplace Index (ZMI), der 17 Mio. beobachtete Listings auf eBay.de abdeckt, Stand 04.09.2026. Das ist der eBay-Durchschnitt und nicht der von Kaufland oder OTTO, aber als Größenordnung für deutsche Ware taugt er, und eine bessere öffentlich nachprüfbare Bezugsgröße gibt es für diesen Vergleich nicht.

Die beiden rechten Spalten zeigen, welchem Anteil am Monatsumsatz die Grundgebühr entspricht: 99,90 € bei OTTO, 39,95 € bei Kaufland.

VerkäufeUmsatzOTTOKaufland
10452,90 €22,1%8,8%
251.132,25 €8,8%3,5%
502.264,50 €4,4%1,8%
1004.529,00 €2,2%0,9%

Die Prozente in dieser Tabelle kommen zur Provision hinzu. Wer bei OTTO in einer Gruppe mit 13% verkauft und zehn Artikel im Monat absetzt, zahlt effektiv rund 35% seines Umsatzes an den Marktplatz. Bei hundert Artikeln sind es gut 15%. Die Grundgebühr ist also keine Kleinigkeit am Rand, sondern bei niedrigem Volumen der größte einzelne Kostenblock.

Praktisch heißt das: Ein Marktplatz mit Monatsbeitrag ist ein Kanal für ein Sortiment, das bereits läuft, nicht für den ersten Test. Der erste Test gehört auf einen Kanal ohne Fixkosten, und das sind Etsy und eBay. Wie der Einstieg dort abläuft, steht in unserer Anleitung zum Verkaufen bei eBay.

Was dir keiner dieser Marktplätze zeigt

Alle drei beantworten die Frage nach den Kosten. Keiner beantwortet die Frage davor: Verkauft sich das, was ich einkaufen will, dort überhaupt?

Weder Kaufland noch OTTO noch Etsy veröffentlichen, wie oft ein einzelner Artikel verkauft wurde. Von den hier verglichenen Kanälen macht das nur eBay, wo verkaufte Angebote mit Preis und Datum öffentlich sichtbar bleiben. Das ist ein handfestes Auswahlkriterium: Auf eBay lässt sich die Nachfrage vor dem Einkauf abschätzen, auf den anderen dreien bleibt nur der Test mit eigener Ware und eigenem Geld.

Auch unsere eigenen Daten enden an dieser Grenze, und das gehört an diese Stelle. ZIK Analytics wertet eBay-Marktplätze in zehn Ländern aus, darunter Deutschland, und erfasst dabei Angebote, die in den letzten 7, 14, 21 oder 30 Tagen mindestens einmal verkauft wurden. Kaufland, OTTO und Etsy deckt ZIK nicht ab, und eine Verkaufshistorie über 30 Tage hinaus gibt es auch für eBay nicht. Wie groß der deutsche eBay-Markt insgesamt ist und wie er sich auf Kategorien verteilt, steht in unseren E-Commerce-Statistiken für Deutschland.

Wann eBay der richtige Kanal bleibt

Ein ehrlicher Vergleich muss auch sagen, wann keiner der drei die Antwort ist.

Wenn du eigene gebrauchte Sachen verkaufst, ist eBay innerhalb Deutschlands für Privatpersonen kostenlos, mit 320 freien Angeboten im Monat. Weder Kaufland noch OTTO nehmen Privatverkäufer überhaupt auf.

Wenn du gerade erst anfängst, sprechen 99,90 € oder 39,95 € im Monat gegen einen Start dort, solange die Stückzahl klein ist. Das ist keine Kritik an den Marktplätzen, sondern schlicht die Fixkostenrechnung von oben.

Wenn du einkaufst, um weiterzuverkaufen, brauchst du vorher die Nachfragedaten, und die gibt es nur auf eBay. Wie sich daraus ein Sortiment bauen lässt, steht in unserem Leitfaden zum Reselling.

Wenn dein Sortiment bereits läuft, dreht sich das Bild. Ab etwa fünfzig Verkäufen im Monat wird der Monatsbeitrag klein gegen den Umsatz, und Kaufland mit acht weiteren Ländern über eine Anbindung oder OTTO mit 13 Millionen aktiven Kundinnen und Kunden sind dann echte Reichweitengewinne. Die Reihenfolge ist entscheidend, nicht die Auswahl: erst ein Kanal, der ohne Fixkosten trägt, dann die Marktplätze, die Reichweite gegen einen festen Betrag verkaufen.

Und unabhängig vom Kanal gilt die deutsche Grundfrage, die auf jedem dieser Marktplätze dieselbe ist: Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht verkauft, handelt gewerblich. Was das konkret bedeutet und wie die Anmeldung abläuft, steht in unserem Leitfaden zum Gewerbe anmelden.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Kosten für den Kaufland Marketplace?

Zwei Bausteine. Die monatliche Grundgebühr beträgt 39,95 € im Basic-Tarif oder 59,95 € im Plus-Tarif, jeweils zzgl. MwSt., und gilt für alle Kaufland-Marktplätze zusammen. Dazu kommt je Verkauf eine Provision, die Kaufland auf den Brutto-Verkaufspreis inklusive Versandkosten zzgl. MwSt. berechnet. Sie liegt in Deutschland zwischen 7% bei Computern und Unterhaltungselektronik und 16% bei Schmuck, die meisten Kategorien liegen bei 13% oder 14%. Weitere Pflichtposten nennt Kaufland nicht: Die Konditionenseite führt neben der Grundgebühr ausdrücklich nur Verkaufsprovisionen auf, alles Weitere sind buchbare Zusatzleistungen. Quelle: die Konditionenseite von Kaufland Global Marketplace, abgerufen am 27.09.2026.

Wer darf auf dem Kaufland Marketplace verkaufen, und was brauche ich dafür?

Kaufland nennt vier Grundvoraussetzungen: ein ausgeübtes Gewerbe, gute telefonische und schriftliche Erreichbarkeit, keine Artikel aus verbotenen Kategorien und eine offizielle EAN beziehungsweise GTIN für jedes Produkt. Die EAN-Pflicht ist die Hürde, an der die meisten Wiederverkäufer scheitern, denn Restposten und Gebrauchtware haben oft keine. An Unterlagen verlangt Kaufland bei Einzelunternehmen Personalausweis oder Reisepass samt Verifizierung über IDnow und den Gewerbeschein, bei GmbH, OHG und KG zusätzlich einen Handelsregisterauszug; Händler aus der EU brauchen Umsatzsteuer-ID und OSS-Nummer. Eine Rechtsform schließt Kaufland dabei nicht aus, anders als OTTO. Quelle: die Seite zur Händler-Registrierung von Kaufland Global Marketplace, abgerufen am 27.09.2026.

Wann bekomme ich mein Geld von Kaufland ausgezahlt?

Später, als die meisten kalkulieren. Kaufland gibt die Verkaufserlöse 14 Tage nach Zustellung der Ware beim Kunden im Seller Portal frei, und ohne Sendungsnummer erst 21 Tage nach der Versandmarkierung. Ein offenes Ticket unterbricht dieses Intervall. Erst nach der Freigabe kannst du das Geld auf dein Geschäftskonto überweisen, die Monatsabrechnung kommt am Ersten des Folgemonats. Die Provision stellt Kaufland dagegen schon am Bestelltag in Rechnung. Wer Ware einkauft und den Erlös sofort wieder braucht, muss diese Lücke vorfinanzieren. Quelle: die Seller University von Kaufland Global Marketplace zur Zahlungsabwicklung, abgerufen am 27.09.2026.

Wie kann ich auf OTTO Market verkaufen?

Nur als Unternehmen, und nicht als jedes. OTTO akzeptiert eine feste Liste von Rechtsformen, darunter Einzelunternehmen ohne Handelsregistrierung, GbR, e.K., UG, GmbH, KG und AG, und schließt alle anderen Rechtsformen einschließlich Kleinunternehmer nach § 19 UStG ausdrücklich aus. Dazu brauchst du eine eigene deutsche Umsatzsteuer-ID, ein Geschäftskonto im SEPA-Raum, deutschsprachigen Kundenservice sowie Versand und Retouren aus einem Lager in Deutschland oder einem der gelisteten EU-Länder. Erst danach folgt der kaufmännische Teil mit 99,90 € Grundgebühr im Monat.

Was kostet es, bei Etsy zu verkaufen?

Ein Angebot kostet 0,17 € und bleibt vier Monate aktiv oder bis es verkauft ist. Auf jeden Verkauf zahlst du 6,5% Transaktionsgebühr und, wenn du über Etsy Payments abrechnest, zusätzlich 4% plus 0,30 € Zahlungsbearbeitung. Dazu kommen 15% auf Verkäufe, die über Offsite Ads zustande kommen, und 2,5% Währungsumrechnung, wenn Shop-Währung und Auszahlungskonto nicht zusammenpassen. Eine monatliche Gebühr gibt es laut Etsy nicht, dafür eine einmalige Shop-Einrichtungsgebühr, deren Höhe Etsy erst im Anmeldeprozess nennt. Quelle: die deutsche Verkäuferseite von Etsy, abgerufen am 13.09.2026.

Kann ich als Kleinunternehmer auf diesen Marktplätzen verkaufen?

Bei OTTO Market nicht. Die Formalienseite nennt Kleinunternehmer nach § 19 UStG namentlich als ausgeschlossen. Kaufland schließt dagegen keine Rechtsform aus: Verlangt wird ein ausgeübtes Gewerbe, nicht eine bestimmte Gesellschaftsform, und bei Einzelunternehmen genügt der Gewerbeschein samt Ausweisprüfung. Bei Etsy entscheidet der Registrierungsprozess, und die verbindlichen Bedingungen stehen auf den verlinkten Originalseiten. Unabhängig davon bleibt die Gewerbefrage bestehen: Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht verkauft, handelt gewerblich, und das gilt auf jedem Marktplatz gleich.

Welcher Marktplatz ist der beste für den Anfang?

Der mit den niedrigsten Fixkosten, solange die Stückzahlen klein sind. Ohne Monatsgebühr bleiben nur Etsy und eBay, und zwischen beiden entscheidet das Sortiment: Etsy für Handgemachtes, Vintage und Bastelbedarf, eBay für fast alles andere. Kaufland und OTTO lohnen sich, wenn ein Sortiment bereits läuft und der Monatsbeitrag gegen den Umsatz klein wird. Der übliche Fehler ist der umgekehrte Weg, also ein Marktplatz mit Grundgebühr als erster Kanal.

Sehe ich vorher, was sich auf Kaufland oder OTTO verkauft?

Nein. Weder Kaufland noch OTTO noch Etsy veröffentlichen, wie oft ein einzelner Artikel verkauft wurde. Von den hier verglichenen Kanälen macht das nur eBay, wo verkaufte Angebote mit Preis und Datum sichtbar bleiben. Deshalb lässt sich die Nachfrage nur auf eBay vor dem Einkauf abschätzen, und auf den anderen Marktplätzen bleibt der Test am eigenen Sortiment die einzige Methode.