Amazon Dropshipping aus Deutschland: Kanal, Quelle, Regeln
Amazon-Dropshipping meint in Deutschland zwei verschiedene Dinge, und nur eines davon ist dort erlaubt, wo du gerade stehst. Das erste ist Amazon als Verkaufskanal: Du verkaufst auf Amazon.de und lässt einen Lieferanten versenden. Das erlaubt Amazon unter drei Bedingungen. Das zweite ist Amazon als Bezugsquelle: Du verkaufst auf eBay.de, kaufst die Ware bei Amazon und lässt sie an deinen eBay-Käufer schicken. Das verbietet eBay.
Beide Bedeutungen tauchen in denselben Videos auf, meist ohne den Unterschied zu nennen, und der Unterschied ist derjenige zwischen einem Geschäft und einer Kontosperrung. Diese Seite stellt beide Regeln mit Datum nebeneinander, nennt die Gebühren bei Amazon.de, erklärt, warum die Amazon-zu-eBay-Videos aus den USA kommen, und zeigt, wofür der Amazon-Katalog aus Deutschland tatsächlich taugt: als Nachfrage- und Preissignal, nicht als Lieferweg.
Amazon als Verkaufskanal: was Amazon erlaubt
Amazon beantwortet die Frage auf seiner deutschen Verkäuferseite selbst, zuletzt aktualisiert am 14. April 2025 und gelesen am 21. September 2026: Unter Beachtung der Dropshipping-Richtlinie darfst du Dropshipping für dein Geschäft bei Amazon nutzen. Drei Voraussetzungen nennt die Seite dafür:
- Du musst der angemeldete Verkaufspartner und Eigentümer deiner Produkte sein.
- Auf allen Lieferscheinen, Rechnungen und Paketbeschriftungen musst du als Verkäufer deiner Produkte ausgewiesen sein.
- Für die Annahme und Bearbeitung von Kundenrücksendungen bist du selbst verantwortlich.
Die zweite Bedingung ist die, an der die meisten Pläne scheitern. Ein Großhändler, der für dich versendet, kann deinen Namen auf den Lieferschein setzen; ein anderer Einzelhändler, bei dem du die Ware bestellst, setzt seinen eigenen. Amazon definiert auf derselben Seite den Einzelhandel-Arbitrage als Einkauf bei einem Einzelhändler zum Weiterverkauf, und mit einem Einzelhändler als Absender erfüllst du Bedingung zwei nicht. Dropshipping bei Amazon heißt also: ein Lieferant, der in deinem Namen versendet, nicht irgendein Shop, der billiger ist.
Was Amazon als Kanal kostet, steht auf der deutschen Preisseite, gelesen am 21. September 2026: Der Tarif für Einzelanbieter beträgt 0,99 € pro verkaufter Einheit, der Tarif Professionell 39 € pro Monat ohne Umsatzsteuer, unabhängig von der Stückzahl. Dazu erhebt Amazon für jeden verkauften Artikel eine Verkaufsgebühr, die von der Kategorie abhängt und meist zwischen 8% und 15% liegt. Versandkosten kommen dazu, je nachdem, ob du selbst versendest oder Versand durch Amazon nutzt.
Ein Punkt, den Amazon auf derselben Seite offen anspricht: Versand durch Amazon, also FBA, ist aus Amazons Sicht die Alternative zum Dropshipping. Du kaufst die Ware selbst, schickst sie in ein Amazon-Lager, und Amazon übernimmt Versand, Kundenservice und Retouren. Der Unterschied zum Dropshipping ist, dass du Eigentümer der Ware bleibst und sie vorfinanzierst. Das ist kein Dropshipping mehr, aber es ist der Weg, den Amazon für seinen eigenen Marktplatz nahelegt.
Amazon als Bezugsquelle für eBay: die Regel, die das Video verschweigt
Die zweite Bedeutung ist die verbreitetere, und sie hat auf eBay.de eine klare Antwort. eBay erlaubt den Direktversand, wenn du deine Bestellungen direkt von einem Großhändler abwickeln lässt. Nicht erlaubt ist, einen Artikel bei eBay einzustellen und ihn dann bei einem anderen Einzelhändler oder Marktplatz zu kaufen, der ihn direkt an deinen Käufer verschickt. Amazon ist ein Einzelhändler und ein Marktplatz zugleich. Die Folgen, die eBay nennt, reichen von der Entfernung von Angeboten über Verwarnungen und Beschränkungen bis zur Sperrung des Kontos.
Das ist keine Grauzone und keine Frage der Menge. Eine eBay-Bestellung bei Amazon aufzugeben und an den Käufer durchzureichen, ist genau der Fall, den die Regel beschreibt, auch wenn das Paket pünktlich ankommt und der Käufer zufrieden ist. Was der Käufer sieht, ist ein Amazon-Paket mit einer Amazon-Rechnung zu einem Preis, der unter deinem liegt, und was eBay sieht, ist ein Muster, das sich erkennen lässt. Wie Dropshipping auf eBay.de regelkonform funktioniert, mit Großhändlern und sauber dokumentierter Lieferkette, steht im eBay-Dropshipping-Guide.
Die beiden Regeln nebeneinander
| Amazon als Verkaufskanal | Amazon als Bezugsquelle für eBay.de | |
|---|---|---|
| Wer setzt die Regel | Amazon, Dropshipping-Richtlinie | eBay, Richtlinie zum Direktversand |
| Erlaubt? | Ja, unter Bedingungen | Nein |
| Bedingung | Du bist Verkaufspartner und Eigentümer, stehst auf allen Dokumenten, wickelst Retouren ab | Nur ein Großhändler darf für dich versenden, kein anderer Einzelhändler oder Marktplatz |
| Kosten der Plattform | 39 € pro Monat ohne USt. oder 0,99 € je Einheit, plus meist 8% bis 15% Verkaufsgebühr | Verkaufsprovision bei eBay, Sätze im Gebühren-Guide |
| Was der Käufer sieht | dich als Verkäufer auf Lieferschein und Rechnung | ein Amazon-Paket mit fremder Rechnung |
| Risiko | Verstoß gegen die Richtlinie bei falschem Lieferanten | Entfernung der Angebote bis Kontosperrung |
Stand beider Spalten: 21. September 2026, nach den jeweils verlinkten Seiten von Amazon und eBay. Beide Marktplätze wollen dasselbe: Der Käufer soll wissen, bei wem er kauft, und der Verkäufer soll die Verantwortung tragen. Die Sätze der eBay-Provision hängen von der Kategorie ab und stehen im Guide zu den eBay-Gebühren.
Warum die Amazon-zu-eBay-Videos aus den USA kommen
Die Videos, in denen jemand Amazon-Artikel bei eBay einstellt und die Bestellungen durchreicht, sind fast alle amerikanisch, und das hat einen einfachen Grund: Die Werkzeuge dahinter lesen amerikanische und britische Kataloge. Der Turbo Scanner von ZIK Analytics durchsucht die Kataloge von Amazon US, Amazon UK und Walmart nach Artikeln, die bei eBay bereits von Händlern aus diesen Katalogen verkauft werden, und ordnet jeden Treffer dem Produkt beim Lieferanten zu. Amazon.de gehört nicht zu diesen Katalogen, und AliExpress unterstützt der Scanner nicht.
Wichtiger als die Kataloge ist, was die Verkaufszahl daneben bedeutet. Sie stammt von eBay, nicht von Amazon: Der Scanner nimmt die Amazon-Produktnummer und den Titel und rechnet die tatsächlichen eBay-Verkäufe dieses Produkts über die Marktplätze hinweg zusammen. Sie sagt dir, dass ein Artikel aus dem Amazon-Katalog irgendwo bei eBay gekauft wird. Sie sagt dir nicht, dass er auf eBay.de gekauft wird, und sie ist keine Erlaubnis, ihn bei Amazon einzukaufen. Der Turbo Scanner ist ein Nachfrage-Werkzeug; er stellt nichts ein und entscheidet nicht, bei wem du kaufen darfst.
Für einen Verkäufer in Deutschland ist er deshalb ein Ideenvorrat mit einer Gegenprobe: Jeden Treffer, der dich interessiert, suchst du mit dem Marktplatz eBay Germany noch einmal in der Produktrecherche, um zu sehen, ob er sich auch auf eBay.de verkauft, und dann klärst du den Bezugsweg getrennt vom Scan, bei einem Großhändler.
Amazon.de als Preisquelle: die legitime Nutzung
Es gibt eine Verwendung des Amazon-Katalogs, die aus Deutschland sinnvoll und erlaubt ist: als Preisvergleich. Amazon.de lässt sich in den Quick Settings für die eBay-Produktrecherche einstellen. Dann siehst du zu einem Artikel, der sich auf eBay.de verkauft, was er bei Amazon.de kostet, und das beantwortet eine wichtige Frage: Kann deine Kalkulation überhaupt aufgehen? Liegt der Amazon-Preis unter dem, was du bei eBay verlangen müsstest, ist der Artikel für dich erledigt, denn dein Käufer vergleicht genauso.
Was diese Einstellung nicht ist: eine Bezugsquelle. In den eBay Market Insights ist Amazon für eBay Deutschland nicht als Lieferantenquelle verfügbar; für eBay.de führt die Lieferantensuche AliExpress und Alibaba. Ein Amazon-Preis, den du in der Recherche siehst, ist ein Maßstab für deine Marge, keine Freigabe, dort einzukaufen. Diese Trennung steht in fast jedem englischen Ratgeber falsch, und sie ist der Grund, warum ein Amazon-zu-eBay-Plan aus Deutschland an zwei Stellen gleichzeitig scheitert: an der eBay-Regel und daran, dass das Werkzeug ihn hier gar nicht anbietet.
Was ein deutscher Verkäufer stattdessen macht
Der Weg, der bleibt, ist der langweiligere und der einzige, der hält. Er hat vier Stationen, und für jede gibt es einen eigenen Leitfaden; in welcher Reihenfolge du sie gehst, mit allen acht Schritten, steht unter Dropshipping starten.
Erst das Gewerbe. Regelmäßiger Verkauf mit Gewinnabsicht ist ein Gewerbe und wird nach § 14 der Gewerbeordnung angezeigt, bevor du verkaufst, egal auf welchem Marktplatz. Was danach gilt, vom Widerrufsrecht bis zum Verpackungsgesetz, steht unter Ist Dropshipping legal?.
Dann das Produkt. Nicht der Artikel aus dem Video, sondern einer, dessen Nachfrage auf eBay.de belegt ist: verkaufte Stück, Abverkaufsquote, Wettbewerb. Die Methode steht unter Dropshipping-Produkte finden.
Dann der Lieferant. Ein Großhändler oder eine Beschaffungsplattform, die in deinem Namen versendet, mit geklärter Lieferzeit nach Deutschland. Für AliExpress-Kataloge übernimmt der Autopilot den Abgleich mit eBay-Angeboten nach festen Filtern; die Prüfliste für Lieferanten steht unter seriöse Dropshipping-Lieferanten finden.
Dann erst der Kanal. eBay.de, wenn du mit vorhandener Nachfrage und ohne Werbebudget starten willst; Amazon.de, wenn du die drei Bedingungen erfüllen kannst und den Preiswettbewerb auf einer geteilten Produktseite annimmst; der eigene Shop, wenn du Marke und Kundendaten willst und jeden Besucher selbst bringst.
Was ist das beste Produkt für Amazon-Dropshipping?
Es gibt keine Liste, und die Jahreslisten in den Videos sind der Grund, warum zwanzig Verkäufer denselben Artikel aus derselben Quelle anbieten. Das beste Produkt ist eines, das drei Prüfungen besteht, und alle drei lassen sich vor dem ersten Angebot machen: Die Nachfrage ist belegt, also verkaufte Stück und Abverkaufsquote statt Bauchgefühl; der Lieferant versendet in deinem Namen und nennt eine Lieferzeit nach Deutschland, die du halten kannst; und der Preis bei Amazon.de liegt nicht unter dem, was du verlangen musst, denn dein Käufer vergleicht dort zuerst. Welche Artikel auf eBay.de gerade am häufigsten verkauft werden, zeigt fortlaufend der Report zu den meistverkauften Artikeln, und zwar als Ausgangspunkt für die Prüfung, nicht als Einkaufsliste.
Lohnt sich Amazon-Dropshipping noch?
Als Verkaufskanal: für manche Produkte, unter Bedingungen. Bei Amazon hängen die Angebote am gemeinsamen Produktkatalog; mehrere Verkäufer teilen sich dieselbe Produktseite, und dort entscheidet vor allem der Preis. Für ein Produkt, das du als Einziger anbietest oder unter eigener Marke, kann das funktionieren. Für ein Produkt, das zwanzig Verkäufer aus derselben Quelle anbieten, wird die Verkaufsgebühr von 8% bis 15% zusammen mit dem Preiskampf die Marge aufzehren, bevor der 39-€-Tarif bezahlt ist. Bei eBay ist jedes Angebot ein eigenes Listing, und du unterscheidest dich über Titel, Fotos und Preis; für den Einstieg ist das der Weg, auf dem deine Arbeit sichtbar wird.
Als Bezugsquelle für eBay-Bestellungen: nein, und die Antwort ändert sich nicht mit der Stückzahl. Was in den Videos wie eine Abkürzung aussieht, ist ein Verstoß, der dein Konto kostet, und das Konto ist bei eBay das einzige Kapital, das du nicht nachkaufen kannst.
Was Dropshipping im Kern ist und wie sich der eBay-Weg vom eigenen Shop unterscheidet, steht unter Was ist Dropshipping?. Für Amazon gilt am Ende dieselbe Regel wie für jede andere Plattform: Der Marktplatz liefert die Käufer, der Lieferant liefert die Ware, und du bist derjenige, der auf dem Lieferschein steht.
Häufige Fragen
Ist Dropshipping bei Amazon erlaubt?
Ja, unter Beachtung der Dropshipping-Richtlinie von Amazon. Nach Amazons deutscher Verkäuferseite, zuletzt aktualisiert am 14. April 2025 und gelesen am 21. September 2026, musst du der angemeldete Verkaufspartner und Eigentümer der Produkte sein, auf allen Lieferscheinen, Rechnungen und Paketbeschriftungen als Verkäufer ausgewiesen sein und die Annahme und Bearbeitung von Kundenrücksendungen selbst verantworten.
Darf ich eBay-Bestellungen über Amazon ausliefern lassen?
Nein. eBay erlaubt den Direktversand, wenn deine Bestellung direkt von einem Großhändler abgewickelt wird, und verbietet es, einen Artikel bei eBay einzustellen und ihn dann bei einem anderen Einzelhändler oder Marktplatz zu kaufen, der ihn direkt an den Käufer versendet. Amazon ist ein Einzelhändler. Die Folgen reichen von der Entfernung der Angebote bis zur Sperrung des Kontos.
Was ist der Haken an Dropshipping?
Du kontrollierst weder Bestand noch Versand, trägst aber Bewertung, Kundenservice und Widerruf. Bei Amazon kommt dazu, dass du auf allen Dokumenten als Verkäufer stehen musst, was mit einem gewöhnlichen Einzelhändler als Lieferant nicht geht, und dass mehrere Verkäufer sich eine Produktseite teilen und über den Preis konkurrieren.
Wie viel verdient man im Monat mit Dropshipping?
Es gibt keine typische Zahl, und wer eine nennt, will meist etwas verkaufen. Der Verdienst ist Verkaufspreis minus Einkaufspreis minus Gebühren, Werbung und Retouren, pro Stück oft klein, und er entsteht über Stückzahlen aus einem geprüften Sortiment. Bei Amazon.de gehen davon der Tarif und Verkaufsgebühren von meist 8% bis 15% ab.
Lohnt sich Dropshipping noch?
Als Modell ja, als Abkürzung nein. Es lohnt sich für Verkäufer, die Produkte mit belegter Nachfrage finden, einen echten Großhändler oder eine Beschaffungsplattform als Lieferanten haben und die Marge mit allen Gebühren rechnen. Es lohnt sich nicht als Amazon-zu-eBay-Weiterreichen, weil eBay diesen Weg verbietet und das Konto daran hängt.