Ratgeber

BigBuy Erfahrungen: der EU-Lieferant aus deutscher Sicht

BigBuy ist der meistgesuchte Dropshipping-Lieferant, und niemand rechnet in Deutschland öffentlich durch, was er für einen deutschen Verkäufer bedeutet. 2.400 Suchanfragen im Monat (gemessen 26.09.2026) treffen auf eine Ergebnisseite, auf der das Unternehmen selbst drei Plätze hält; die beiden Texte, die wie eine Bewertung aussehen, sind das Blog des Konkurrenzanbieters Minea und ein Verzeichniseintrag. Beide haben wir gelesen. Was in beiden fehlt, ist genau der deutsche Teil: was vor dem ersten Verkauf fällig wird, was sich am 1. Juli 2026 zugunsten des EU-Einkaufs verschoben hat, und welche Pflichten kein Lieferant dir abnimmt.

Eine Vorbemerkung zur Methode, weil sie hier mehr wiegt als sonst. bigbuy.eu beantwortet unsere automatischen Abrufe mit einer Bot-Sperre (HTTP 403 auf jeder geprüften Adresse, zuletzt am 28.09.2026), und für die Trustpilot-Seite gilt dasselbe. Mit einem normalen Browser hat niemand dieses Problem, aber wir zitieren nichts, was wir nicht gelesen haben. Deshalb stammt keine einzige Angabe über BigBuy auf dieser Seite von einer Seite, die wir selbst geladen haben: Alles Folgende kommt entweder aus der offiziellen Connector-Seite, die BigBuy auf WordPress.org veröffentlicht, oder aus BigBuys eigenen Seiten, so wie Google ihre Titel und Beschreibungen in unseren datierten Abfragen ausliefert, jeweils mit Lesedatum. Was wir nicht prüfen konnten, steht nicht hier. Und wie in der Bewertung von AutoDS: Dieses Urteil veröffentlicht ein Anbieter von Recherche-Werkzeugen, und es gibt hier keinen versteckten Vergleich. BigBuy verkauft Ware, wir verkaufen Verkaufszahlen. Das eine ersetzt das andere nicht.

Was BigBuy ist, und was es nicht ist

BigBuy ist ein spanischer Großhändler mit angeschlossener Logistik, kein Marktplatz und kein Werkzeug zur Produktrecherche. Du kaufst zu Händlerpreisen ein, BigBuy lagert, kommissioniert, verpackt und versendet an deine Kunden.

Die eigene Connector-Seite nennt über 400.000 Artikel, mehr als 8.000 Marken, einen Katalog in 24 Sprachen, europäischen Lagerbestand, tägliche Neuaufnahmen und Lieferungen ab 24 Stunden. Angebunden werden Shop und Marktplätze über die Multi-Channel-Plattform, und die veröffentlichte Kanalliste lautet WooCommerce, Miravia, Amazon, eBay, Kaufland, FNAC, Carrefour und Cdiscount.

Diese Liste ist für einen deutschen Verkäufer besser, als sie auf den ersten Blick wirkt. Die nationalen Marktplätze darauf sind spanisch (Miravia) und französisch (FNAC, Carrefour, Cdiscount) bis auf einen: Kaufland. Zusammen mit eBay und Amazon hast du damit drei Kanäle, die hier tatsächlich Kunden haben. Was BigBuy nicht ist: eine Quelle für die Frage, ob sich ein Artikel in Deutschland überhaupt verkauft. Dafür brauchst du Verkaufsdaten, und die liefert ein Lieferantenkatalog grundsätzlich nicht. Wie du Lieferanten systematisch prüfst, steht in unserem Leitfaden zu Dropshipping-Lieferanten; was Dropshipping überhaupt ist und wie das Modell in Deutschland funktioniert, in was Dropshipping ist.

Was BigBuy kostet, und was davon öffentlich nachprüfbar ist

Die Registrierung kostet nichts. BigBuys deutsche Seite zu den Großhandelspaketen beschreibt in ihrer indexierten Kurzfassung, dass du dich ohne Kosten anmelden kannst, um den Katalog einzusehen, Händlerpreise zu prüfen und Transportkosten sowie Lieferzeiten zu berechnen. Das ist der erste praktische Schritt, und er ist wichtiger als jede Bewertung: Erst mit den echten Händlerpreisen vor Augen kannst du rechnen.

PositionBetragHerkunft der Angabe
Aufnahmegebühr, einmalig89,00 €BigBuys eigene Tarifseite, gelesen im Suchergebnis 26.09.2026
Ecommerce-Paket, monatlich119 €dieselbe Seite
Ecommerce-Paket, bei Jahreszahlung99,17 € pro Monatdieselbe Seite
Versand, Gruppe 24 € je Bestellung in ausgewählte europäische LänderBigBuy-Hilfeartikel zu den Versandarten, gelesen im Suchergebnis 28.09.2026
Registrierung und Katalogeinsichtohne KostenBigBuy-Seite zu den Großhandelspaketen, gelesen 28.09.2026

Zwei Einschränkungen, die zu dieser Tabelle gehören. Erstens sind das die Angaben, die Google aus BigBuys eigenen Seiten ausliefert; welche Leistungen in welchem Paket stecken, wie viele Versandgruppen es gibt und welche Länder in Gruppe 2 fallen, konnten wir nicht lesen und behaupten es deshalb nicht. Zweitens ändern sich veröffentlichte Tarife. Prüfe beide Zahlen im angemeldeten Konto nach, bevor du sie in deine Kalkulation übernimmst.

Der Punkt, auf den es ankommt, ist die Struktur und nicht der Einzelbetrag: Bei BigBuy zahlst du, bevor du verkaufst. Mit den oben genannten Beträgen sind das im ersten Jahr rund 1.280 € bei Jahreszahlung und rund 1.520 € bei monatlicher Zahlung, die zusätzlich zu Marktplatzgebühren und Versand aus der Marge kommen müssen. Was auf eBay an Gebühren dazukommt, steht in unserer Übersicht zu den eBay-Gebühren.

Der deutsche Unterschied: die Ware liegt schon in der EU

Das ist der Teil, der eine deutsche Seite von jeder internationalen unterscheidet, und er hat sich vor drei Monaten verschoben. Zum 1. Juli 2026 hat die Verordnung (EU) 2026/382 die Einfuhrabgabenfreiheit für Sendungen bis 150 € vollständig gestrichen. Seither gilt für Fernverkaufs-Sendungen aus Drittländern ein pauschaler Zoll von 3 € je Warenkategorie, und die Einfuhrumsatzsteuer kommt wie bisher dazu. Der Zoll rechnet es auf seiner eigenen Seite vor: Zehn Paar Socken, zwei Kabelbinder und vier Hosen in einer Sendung sind drei Warenkategorien, macht neun Euro. Gezählt werden Kategorien, nicht Stücke.

Für Ware aus einem europäischen Lager entfällt das. Der Zoll formuliert es in einem Satz: Der Warenverkehr innerhalb der EU ist grundsätzlich frei.

Lieferant in der EULieferant im Drittland
Zoll an der Grenzekeiner3 € je Warenkategorie, darüber der tarifliche Satz
Einfuhrumsatzsteuerkeinefällt zusätzlich an
Umsatzsteuer beim Einkaufinnergemeinschaftlicher Erwerb, § 1a UStGEinfuhr, ggf. über IOSS
Einführer im Sinne der Produktsicherheitnicht duin der Regel du
Fixkosten vor dem ersten VerkaufAufnahmegebühr plus Abomeist keine

So gelesen ist die Rechnung ehrlich: Der EU-Einkauf spart dir seit Juli reale Abgaben und Wartezeit, kostet dich aber ein Abonnement, das ein chinesischer Lieferant nicht verlangt. Welche Seite gewinnt, hängt an deiner Bestellmenge, nicht an der Weltanschauung. Wer den Vergleich mit der chinesischen Route im Detail braucht, findet ihn in unserer Bewertung von CJ Dropshipping.

Umsatzsteuer: was sich beim Einkauf in Spanien ändert

Der Einkauf bei einem spanischen Lieferanten ist ein innergemeinschaftlicher Erwerb nach § 1a UStG. Praktisch heißt das: Du gibst deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer an, der Lieferant rechnet ohne spanische Umsatzsteuer ab, du versteuerst den Erwerb in Deutschland und ziehst ihn im Regelfall im selben Schritt als Vorsteuer wieder ab. Für deine Liquidität ist das ein Nullsummenspiel, für deine Buchhaltung nicht.

Zwei Sätze aus dem Gesetz, die auf keiner der deutschen Seiten zu BigBuy stehen und die du kennen solltest, bevor du dich anmeldest:

  1. Die Erwerbsschwelle liegt bei 12.500 € im Kalenderjahr (§ 1a Abs. 3 Nr. 2 UStG). Sie betrifft Unternehmer ohne Vorsteuerabzug und nichtunternehmerische juristische Personen; wer darunter bleibt, tätigt keinen innergemeinschaftlichen Erwerb im Sinne der Vorschrift.
  2. Die Verwendung deiner USt-IdNr. gegenüber dem Lieferanten gilt als Verzicht darauf, und der Verzicht bindet dich mindestens zwei Kalenderjahre (§ 1a Abs. 4 UStG). Die Nummer im Lieferantenkonto zu hinterlegen ist damit keine Formalie, sondern eine Entscheidung mit zweijähriger Bindungsfrist.

Dazu kommt eine Besonderheit, die im Dropshipping die Regel ist: Wenn BigBuy direkt an deinen Endkunden liefert, schließen zwei Unternehmer Liefergeschäfte über denselben Gegenstand ab, während die Ware in einem Zug vom ersten zum letzten Abnehmer geht. Das ist ein Reihengeschäft nach § 3 Abs. 6a UStG, und dort wird die Beförderung genau einer der beiden Lieferungen zugeordnet. Welche das ist, entscheidet, wo die Umsatzsteuer anfällt. Kläre diesen Punkt mit deiner Steuerberatung, bevor du im großen Stil verkaufst; eine Produktseite kann und darf dir diese Prüfung nicht abnehmen. Was beim Start sonst noch anfällt, steht in unserem Leitfaden zur Gewerbeanmeldung für eBay-Verkäufer.

Was BigBuy dir nicht abnimmt

Ein europäischer Lieferant verschiebt genau eine Pflicht von dir weg, und es ist nicht die, die die meisten erwarten.

Einführer bist du nicht. Das Bundesumweltministerium definiert den Einführer im Sinne der EU-Produktsicherheitsverordnung als jede in der Union niedergelassene Person, die ein Produkt aus einem Drittland in der Union in Verkehr bringt. Kommt deine Ware aus einem spanischen Lager, trifft das auf dich nicht zu, und die Pflichten dieser Rolle (technische Unterlagen zehn Jahre aufbewahren, Anlaufstelle für Beschwerden sicherstellen, Rückrufe veranlassen) liegen bei demjenigen, der die Ware in die EU gebracht hat. Beim Direktversand aus China liegen sie regelmäßig bei dir. Das ist der handfesteste Vorteil der europäischen Route, und er hat mit Lieferzeit nichts zu tun.

Verpackung bleibt bei dir. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister stellt für den Versandhandel klar: Verpackungen für Online-Verkäufe zählen als Transportverpackungen und sind ausnahmslos systembeteiligungspflichtig. Seit dem 12. August 2026 gilt dafür die europäische Verpackungsverordnung, und Onlinehändler müssen klären, ob sie Erzeuger und damit Hersteller im Sinne dieser Verordnung sind, woran Registrierung im Verpackungsregister LUCID, Systembeteiligung und Meldepflichten hängen. Wer nicht in Deutschland niedergelassen ist, muss zusätzlich einen Bevollmächtigten benennen.

Widerruf und Gewährleistung bleiben bei dir. Der Vertrag besteht zwischen dir und deinem Kunden. Das vierzehntägige Widerrufsrecht nach § 355 BGB gilt unabhängig davon, aus welchem Lager die Ware kommt und wie lange sie unterwegs war. Der europäische Versandweg hilft dir hier tatsächlich, weil eine Rücksendung nach Spanien logistisch und zeitlich etwas anderes ist als eine nach Shenzhen. Er ändert aber nichts daran, wer haftet.

Was der Katalog auf eBay.de wert ist

BigBuy wirbt mit den Kategorien Küche, Sport, Parfümerie, Mode, Erotik, Elektronik, IT, Haus und Spielzeug. Interessant ist nicht, wie lang diese Liste ist, sondern wie sie sich zur tatsächlichen Nachfrage auf eBay.de verhält. Die Zahlen stammen aus dem ZIK Marketplace Index (ZMI), der 17 Mio. beobachtete Listings auf eBay.de abdeckt, Stand 04.09.2026.

Kategorie auf eBay.deVerkäufe 30 TageØ Preisbeworben
Haus & Garten2.365.71736,41 €ja
Autoteile2.087.03261,65 €nein
Elektronik875.49773,26 €ja
Kosmetik565.51626,31 €ja
Spielzeug447.87128,30 €ja
Kleidung394.47625,23 €ja

Die letzte Spalte ist unsere Zuordnung von BigBuys Werbeliste zu den Kategorien des Index: Haus und Küche zu Haus & Garten, Elektronik und IT zu Elektronik, Parfümerie zu Kosmetik, Mode zu Kleidung. Für Sport und Erotik gibt es im Index keine eigene Kategorie.

Die fünf abgedeckten Kategorien stehen zusammen für 4.649.077 der 7.365.132 gemessenen Verkäufe im Monat, also 63,1 %. Das ist eine ordentliche Abdeckung. Die Lücke ist trotzdem bemerkenswert: Autoteile allein sind 28,3 % der Verkäufe und mit 61,65 € einer der höchsten Durchschnittspreise im deutschen Feld, und es ist die eine große Kategorie, die ein europaweiter Geschenk- und Haushaltskatalog nicht bewirbt. Eine ehrliche Einschränkung dazu: Eine Werbeliste ist nicht der vollständige Katalog. Beworbene Kategorien sagen, worauf ein Anbieter zielt, nicht, was im Lager liegt.

Praktisch heißt das: Wenn dein Sortiment in Haus, Garten, Elektronik oder Kosmetik liegt, triffst du auf Nachfrage und auf viel Konkurrenz zugleich. Wenn du auf Autoteile zielst, ist dieser Katalog vermutlich der falsche Ausgangspunkt, und das erkennst du vor der Anmeldung, nicht nach der ersten Abo-Abbuchung.

Die wiederkehrende Kritik, und wie du sie selbst prüfst

Die öffentlichen Bewertungen zu BigBuy sind gemischt und erstaunlich gleichförmig in ihren Kritikpunkten. Das deutsche Tool-Verzeichnis CAMPIXX fasst sie so zusammen: gelobt werden schneller Support und die europäische Logistik, kritisiert werden Zusatzkosten für Abos, Connectoren und Versand, dünne Margen, weil Einkaufspreise teils nah am Endkundenpreis liegen, fehlerhafte Produktdaten und instabile Schnittstellen sowie Einschränkungen beim Verkauf auf Amazon.

Ein zweiter Datenpunkt kommt aus BigBuys eigenem Produkt und ist ungewöhnlich gut nachprüfbar, weil er im WordPress-Verzeichnis öffentlich liegt: Der offizielle Connector für WooCommerce steht bei 2,3 von 5 Sternen aus 32 Bewertungen, davon 18 mit einem Stern, zählt 60.411 Downloads und wurde zuletzt am 24.11.2025 aktualisiert, also vor über zehn Monaten (gelesen 28.09.2026). Das ist kein Urteil über die Ware im Lager, aber es ist ein handfester Hinweis auf die Schnittstelle, und wenn dein Shop auf WooCommerce läuft, ist die Schnittstelle dein Alltag.

Fünf Prüfungen, die du vor der ersten Zahlung selbst machen kannst:

  1. Registriere dich ohne Abo und sieh dir die echten Händlerpreise an. Nimm zehn Artikel, die du wirklich verkaufen willst, und schreibe den Einkaufspreis auf.
  2. Stelle den deutschen Marktpreis daneben. Nicht den Wunschpreis, sondern den, zu dem gleichartige Artikel auf eBay.de tatsächlich weggehen.
  3. Ziehe alles ab, was zwischen beiden liegt: Marktplatzgebühr, Versand, Retourenquote, Abo und anteilige Aufnahmegebühr. Was übrig bleibt, ist die Antwort auf die Frage, ob sich BigBuy für dich lohnt.
  4. Prüfe die Schnittstelle für dein Shopsystem, bevor du den Katalog planst: Bewertungen, Datum der letzten Aktualisierung, gemeldete Probleme.
  5. Bestelle einmal an eine deutsche Adresse und miss Laufzeit, Verpackung und Zustand selbst, statt Laufzeitversprechen zu übernehmen.

Wo ZIK Analytics in dieser Kette steht

Eine Sache vorweg, die gegen uns spricht: BigBuy ist in ZIK Analytics keine Lieferantenquelle. Die verfügbaren Quellen sind Amazon in sieben Länderausgaben sowie Walmart, AliExpress, CJDropshipping und Alibaba für den US-Markt; für eBay.de stehen AliExpress und Alibaba bereit, Amazon.de lässt sich zusätzlich in den Quick Settings für die Produktrecherche einstellen. Wer von Deutschland aus mit BigBuy arbeitet, gleicht den Einkaufspreis also von Hand ab.

Was bleibt, ist die andere Hälfte der Rechnung. Ein Katalog sagt dir, was du verkaufen kannst; er sagt dir nicht, was sich verkauft. Die Produktrecherche in ZIK zeigt für ein Suchwort auf dem gewählten Marktplatz die tatsächlich verkauften Artikel, die Zahl der Angebote, die Sell-through-Rate (das Verhältnis von Verkäufen zu Angeboten) und den erzielten Umsatz, gefiltert nach Zeitraum, Preis und Verkäuferbewertung. Market Insights deckt Deutschland ab und listet unter Trending Dropshippers die stärksten deutschen Verkäufer der letzten 30 Tage. Das ist der Schritt vor der Lieferantenentscheidung, und du kannst ihn mit jedem Lieferanten machen, auch mit gar keinem.

Wenn du über einen eigenen Shop statt über einen Marktplatz verkaufst, verschiebt sich die Frage, nicht das Prinzip: Für Shopify-Shops schätzt der Shopify Sales Tracker aus einer Shop-URL heraus Verkäufe und Umsatz, und zwar als Modellschätzung, nicht als Verkaufsbericht. Ein Katalog bleibt in beiden Fällen das, was du anbieten könntest, und nicht das, was jemand kauft.

Das Fazit

BigBuy ist ein ernstzunehmender europäischer Großhändler und für einen deutschen Verkäufer strukturell gut aufgestellt: europäisches Lager, kurze Wege, eine Kanalliste mit eBay, Amazon und Kaufland, und seit dem 1. Juli 2026 ein echter Abgabenvorteil gegenüber jeder Drittlandsendung. Dem steht eine Kostenstruktur gegenüber, die vor dem ersten Verkauf beginnt und im ersten Jahr im vierstelligen Bereich liegt, dazu die konsistente Kritik an dünnen Margen und an der Technik.

Daraus folgt eine einfache Reihenfolge. Melde dich ohne Abo an, zieh dir die Händlerpreise für dein eigenes Sortiment, stell sie neben die deutschen Verkaufspreise und entscheide erst dann. Wenn dein Sortiment im Katalog liegt und die Spanne stimmt, ist BigBuy eine der wenigen Möglichkeiten, aus Europa heraus ohne eigenes Lager zu liefern. Wenn die Spanne nicht stimmt, ändert daran auch das beste Lager in Spanien nichts.

Häufige Fragen

Ist BigBuy seriös?

BigBuy ist ein real arbeitendes spanisches Unternehmen mit eigenem Connector, eigener Integrationsplattform und einem sichtbaren Betrieb; nichts an den öffentlich nachprüfbaren Spuren deutet auf einen Scheinanbieter hin. Die nützlichere Frage ist eine andere: Seriosität entscheidet nicht darüber, ob du Geld verdienst. Darüber entscheiden die Fixkosten vor dem ersten Verkauf, die Einkaufspreise im Verhältnis zum deutschen Marktpreis und die Pflichten, die unabhängig vom Lieferanten bei dir bleiben. Genau diese drei Punkte stehen in diesem Artikel.

Ist BigBuy kostenlos?

Die Registrierung ja, der Betrieb nein. BigBuys deutsche Seite zu den Großhandelspaketen beschreibt, dass du dich ohne Kosten anmelden kannst, um den Katalog einzusehen, Händlerpreise zu prüfen und Transportkosten sowie Lieferzeiten zu berechnen (gelesen im Suchergebnis am 28.09.2026). Für das Verkaufen selbst nennt BigBuys eigene Tarifseite eine Aufnahmegebühr von 89,00 € und danach 119 € pro Monat, bei Jahreszahlung 99,17 € pro Monat (gelesen 26.09.2026).

Wie funktioniert BigBuy?

Du verbindest deinen Shop oder Marktplatz über einen Connector oder die API mit dem Katalog, übernimmst Produkte mit Bildern, Texten und Kategorien und legst deine Preisregeln fest. Bestellt ein Kunde bei dir, kaufst du den Artikel zum Händlerpreis bei BigBuy, und BigBuy kommissioniert, verpackt und versendet aus europäischem Lagerbestand an deine Kundenadresse. Bestand, Preise und Sendungsverfolgung laufen automatisch zurück in deinen Shop.

Fällt beim Einkauf über BigBuy Zoll an?

Nein, solange die Ware aus einem EU-Lager kommt und innerhalb der EU bleibt. Der Zoll formuliert es kurz: Der Warenverkehr innerhalb der EU ist grundsätzlich frei. Das ist der eigentliche Unterschied zu einem Lieferanten aus China, denn dort entfällt seit dem 1. Juli 2026 die bisherige Freigrenze von 150 €, und auf Fernverkaufs-Sendungen fällt ein pauschaler Zoll von 3 € je Warenkategorie an, dazu die Einfuhrumsatzsteuer.

Welche Umsatzsteuer gilt beim Einkauf bei einem spanischen Lieferanten?

Der Einkauf ist ein innergemeinschaftlicher Erwerb nach § 1a UStG: Mit deiner Umsatzsteuer-Identifikationsnummer rechnet der Lieferant ohne spanische Umsatzsteuer ab, du versteuerst den Erwerb in Deutschland und ziehst ihn im Regelfall im selben Schritt als Vorsteuer wieder ab. Zwei Punkte werden dabei oft übersehen: Die Verwendung deiner USt-IdNr. gilt als Verzicht auf die Erwerbsschwelle von 12.500 € und bindet dich mindestens zwei Kalenderjahre, und wenn BigBuy direkt an deinen Kunden liefert, ist das ein Reihengeschäft nach § 3 Abs. 6a UStG. Das ist eine Frage für deine Steuerberatung, nicht für eine Produktseite.

Lohnt sich BigBuy für deutsche Verkäufer?

Rechne es an deinem eigenen Sortiment durch, bevor du zahlst. Die Fixkosten liegen bei 89,00 € einmalig plus 99,17 bis 119 € im Monat, also rund 1.280 bis 1.520 € im ersten Jahr. Diesen Betrag musst du zusätzlich zu Marktplatzgebühren und Versand aus der Marge holen. Wenn dein Zielsortiment im Katalog gut abgedeckt ist und die Händlerpreise deutlich unter den deutschen Marktpreisen liegen, trägt sich das schnell. Liegen die Einkaufspreise nah am Endkundenpreis, trägt es sich nie, und genau das ist der häufigste Kritikpunkt in den öffentlichen Bewertungen.