Ratgeber

Dropshipping-Produkte finden: die datenbasierte Methode

Dropshipping-Produkte findest du, indem du jede Idee vor dem Einstellen an drei Zahlen misst: belegte Verkäufe im gewählten Zeitraum, die Zahl der Wettbewerber und die Marge, die nach Umsatzsteuer und eBay-Gebühren übrig bleibt. Für den Start auf eBay.de heißt das konkret: mindestens 2 Verkäufe in 7 Tagen, höchstens 5 Wettbewerber, und ein Einkaufspreis, der nach 19 % Umsatzsteuer und 7 % bis 16 % Verkaufsprovision noch Luft lässt.

Die PrüfungDie Schwelle
Nachfrage2 Verkäufe in 7 Tagen
Wettbewerbhöchstens 5 Anbieter
Margevor dem Listing rechnen

Gemessen wird das an verkauften Artikeln und der Sell-Through-Rate im 7-, 14- oder 30-Tage-Fenster, an der Zahl der Anbieter, die in derselben Nische verkaufen, und an dem, was vom Verkaufspreis nach Umsatzsteuer, Verkaufsprovision, fixer Gebühr und Einkauf übrig bleibt. Diese Zahlen stehen nicht in Bestseller-Listen und nicht in Videos, sondern in den Verkaufsdaten des deutschen Marktes. Genau darum geht es hier.

Dieser Ratgeber geht die Methode Schritt für Schritt durch, mit den echten Bildschirmen von ZIK Analytics, mit Zahlen aus dem deutschen eBay-Markt und mit einer Beispielrechnung auf einem realen Angebot. Falls dir noch unklar ist, wie das Modell überhaupt funktioniert, lies zuerst den Überblick Was ist Dropshipping? Hier geht es nur um die eine Entscheidung, an der sich dauerhafte Verkäufer von allen anderen unterscheiden: die Produktauswahl.

Warum Bestseller-Listen nicht funktionieren

Die naheliegende Abkürzung ist eine Liste: die besten Dropshipping-Produkte, die heißesten Nischen, die zehn Gewinner des Jahres. Das Problem ist nicht, dass diese Listen falsch wären. Das Problem ist, dass sie öffentlich sind. Ein Produkt, das in jedem Video und jeder Liste auftaucht, wird von hunderten Anfängern gleichzeitig eingestellt, und dann entscheidet nur noch der Preis. Übrig bleibt ein Wettrennen nach unten, bei dem die Marge zuerst stirbt.

Dazu kommt ein zweiter Denkfehler: Umsatz ist nicht Gewinn. Ein Umsatz-Screenshot verrät nichts über Einkaufspreise, Gebühren, Retouren und Werbekosten, und in Deutschland auch nichts über die Umsatzsteuer, die vom Verkaufspreis abgeht. Wer Produkte nach fremden Erfolgsgeschichten auswählt, übernimmt fremde Zahlen, ohne die eigene Rechnung zu kennen.

Die Alternative ist unbequemer, aber sie funktioniert: Du prüfst für jede Produktidee selbst, was der deutsche Markt tatsächlich kauft. Genau das ist Produktrecherche.

Der Startpunkt dafür ist kostenlos und sitzt schon in deinem Konto: eBay stellt im Verkäufer-Cockpit Pro eine eigene Produktrecherche bereit, die englischsprachige Anleitungen Terapeak nennen. Was eBays Gratis-Tool zeigt und wo seine Grenzen liegen, steht in einem eigenen Text; die drei Fragen unten beantwortest du mit ihm oder mit einem Zusatz-Tool.

Die drei Fragen der Produktrecherche

Jede seriöse Produktentscheidung beantwortet dieselben drei Fragen, egal mit welchem Werkzeug.

Wird das Produkt tatsächlich gekauft? Nachfrage heißt nicht, dass viele Menschen ein Produkt suchen oder ein Video dazu ansehen. Nachfrage heißt: belegte Verkäufe in einem klar definierten Zeitraum. Die zentrale Kennzahl dafür ist die Sell-Through-Rate, also der Anteil der Angebote mit mindestens einem Verkauf.

Wie viele Verkäufer konkurrieren darum? Ein gefragtes Produkt mit hunderten Anbietern lässt für ein neues Listing wenig übrig. Interessant ist das Verhältnis: viele Verkäufe, wenige Wettbewerber.

Bleibt eine Marge übrig? Die Rechnung gehört vor das Listing, nicht danach, und sie hat in Deutschland mehr Zeilen als in den meisten englischsprachigen Anleitungen. Wie viele, siehst du weiter unten an einem echten Angebot.

Was der deutsche Markt hergibt

Bevor du einen einzigen Suchbegriff eingibst, lohnt ein Blick darauf, wie eBay.de überhaupt aussieht. Die Zahlen stammen aus dem ZIK Marketplace Index (ZMI), der 17 Mio. beobachtete Listings auf eBay.de abdeckt, Stand 04.09.2026. Über alle Kategorien hinweg liegt der durchschnittliche Verkaufspreis bei 45,29 €.

Die erste ehrliche Botschaft: keine der 20 größten Kategorien auf eBay.de ist wettbewerbsarm. Die großen Umsatzbringer, Autoteile, Haus & Garten und Garten & Terrasse, stehen alle auf hohem Wettbewerb. Übrig bleiben neun Kategorien mit mittlerem Wettbewerb, in denen ein neues Listing noch gesehen wird. Das sind alle neun, nicht eine Auswahl:

KategorieØ PreisSell-Through
Sammelkarten18,41 €90,1 %
Schuhe44,10 €27,6 %
Sneaker44,24 €38,9 %
Kleider25,01 €30,6 %
Jeans24,31 €21,1 %
Münzen71,83 €49,2 %
Taschen34,04 €29,0 %
Uhren80,17 €27,8 %
Laptops21,09 €30,2 %

So liest du die Tabelle: Sammelkarten haben eine außergewöhnliche Sell-Through-Rate, aber einen niedrigen Durchschnittspreis, du brauchst also Stückzahlen. Sie sind mit 58.797 verkauften Artikeln in 30 Tagen auch die mit Abstand größte dieser Gruppen. Münzen und Uhren drehen das Verhältnis um, wenige Verkäufe bei hohem Preis: 3.772 und 2.615 Stück im selben Zeitraum. Dazwischen liegen Schuhe mit 21.344, Kleider mit 15.128, Sneaker mit 14.407 und Jeans mit 12.574 verkauften Artikeln. Zwei Hinweise zum Lesen: Schuhe und Sneaker überschneiden sich, weil die Gruppen nach Begriffen im Titel gebildet werden und 15.398 der Schuh-Verkäufe auf Sneaker entfallen, du darfst die Zeilen also nicht addieren. Und keine dieser Zahlen ist eine Kaufempfehlung, sie sagen dir nur, wo du mit dem Suchen anfängst.

Woran du einen geeigneten Artikel erkennst

Vier Eigenschaften entscheiden mit, ob ein Artikel sich für Dropshipping eignet, und keine davon steht in den Verkaufsdaten. Prüf sie zuerst, sonst belegst du Nachfrage für ein Produkt, das du nicht profitabel ausliefern kannst.

  • Größe und Gewicht. Der Versand geht von derselben Marge ab wie Gebühren und Umsatzsteuer. Bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 45,29 € auf eBay.de ist der Spielraum schmal, und er schrumpft mit jedem Kilo. Leichte, flache Artikel überstehen die Rechnung, Sperrgut selten.
  • Bruch- und Retourenrisiko. Ein Artikel, der auf dem Transportweg leidet oder häufig zurückkommt, kostet dich zweimal: einmal die Ware, einmal die Bewertung. Beim Direktversand aus Fernost verlängert die Laufzeit beide Risiken.
  • Varianten. Ein Produkt in acht Größen und sechs Farben ist ein Sortimentsproblem im Kleid eines einzelnen Artikels: Jede Variante braucht eigene Nachfrage, und der Lieferant muss alle liefern können.
  • Belegbarkeit. Ohne Herstellerangaben und ohne verantwortliche Person in der EU ist ein Importartikel kein Kandidat, unabhängig von den Zahlen. Woraus diese Pflicht folgt, steht unten unter "Der deutsche Filter vor der Datenprüfung".

Diese vier Prüfungen kosten dich Minuten, die Datenprüfung kostet mehr Zeit. Deshalb stehen sie davor, nicht danach.

Was in diesen Kategorien wirklich Stückzahlen macht

Die Kategorietabelle sagt dir, wo du suchst. Sie sagt dir nicht, was dort gekauft wird, und an dieser Stelle weicht der deutsche eBay-Markt von jeder Jahresliste ab. Wir haben für jede der neun mittleren Kategorien das Angebot mit den meisten verkauften Stück in 30 Tagen herausgezogen. In acht von neun liegt sein Verkaufspreis unter dem Durchschnittspreis der Kategorie, meist deutlich:

KategorieArtikel und VerkaufspreisStück
LaptopsNetzteil, 65 Watt, 8,29 €121
UhrenFederstege, 144 Teile, 6,99 €30
MünzenMünzrolle, 20 Münzen, 26,17 €164
TaschenFilztasche, 5,99 €60
SchuheSlip-on-Sneaker, 19,85 €62
JeansLedergürtel, kürzbar, 14,95 €167
KleiderKittelschürze, 9,90 €125
SammelkartenKartenset, versiegelt, 69,54 €1.273

Die Zeile Schuhe gilt zugleich für Sneaker, weil dasselbe Angebot beide Gruppen anführt. Eine Anmerkung zur Tabelle: Die Artikel sind hier beschrieben, nicht zitiert. Angebotstitel auf eBay.de sind häufig englisch, und in unserem Datensatz liegen manche davon in englischer Übersetzung vor. Ein Titel, den du im Angebot so nicht wiederfindest, wäre irreführend, deshalb stehen hier die Artikel und die Zahlen, nicht die Titel.

Noch deutlicher wird es, wenn du eine Kategorie ganz aufklappst. Bei den Laptops ist unter den sechs stückzahlstärksten Angeboten kein einziger Laptop: ein 65-Watt-Netzteil für 8,29 €, ein USB-Kabel für 3,39 €, eine Funkmaus für 17,99 €, eine Notebooktasche für 11,59 € und zwei weitere Mäuse für 9,29 € und 7,31 €. Der Kategorieschnitt von 21,09 € kommt genau daher, denn ein Laptop selbst kostet hier dreistellig bis vierstellig: Asus 1.278,35 €, Apple 1.175,85 €, HP 944,60 € im Schnitt. Bei den Uhren sind vier der sechs stückzahlstärksten Angebote Armbänder oder Kleinteile zwischen 3,90 € und 6,99 €, bei den Münzen vier von sechs Kapseln, Röhrchen und Tabletts, und bei den Jeans sind Platz 1 und Platz 3 Gürtel.

Was du daraus machst

Drei Dinge ändern sich, wenn du das weißt.

Erstens rechnest du nicht mehr mit dem Kategorieschnitt. Der Schnitt ist eine Mischung aus wenigen teuren und vielen billigen Verkäufen, und für deine Marge zählt der Preis des Artikels, den du einstellst. Je niedriger dieser Preis, desto größer der Anteil, den 19 % Umsatzsteuer, die Verkaufsprovision deiner Kategorie, die fixe Gebühr pro Bestellung und der Versand davon wegnehmen, denn die beiden letzten fallen unabhängig vom Preis an. Das Stückzahlende funktioniert deshalb nur mit einem Einkaufspreis weit unter dem schon niedrigen Verkaufspreis. Welcher Provisionssatz für deine Kategorie gilt, steht im Guide zu den eBay-Gebühren für Verkäufer.

Zweitens prüfst du den Zubehörbegriff, nicht den Hauptbegriff. Eine Suche nach "laptop" beschreibt einen Markt mit drei- bis vierstelligen Einkaufspreisen. Eine Suche nach "notebook netzteil" beschreibt den, der sich in Stückzahlen bewegt. Das ist derselbe Schritt 1 wie unten, nur mit einem anderen Suchbegriff, und es ist der Unterschied zwischen dem Blick auf eine Kategorie und dem Finden einer Nische.

Drittens prüfst du die vier Eigenschaften von oben an genau diesen Artikeln. Netzteile, Kapseln, Gürtel und Armbänder sind leicht, flach und bruchsicher, und dass gerade sie die Stückzahlen tragen, ist kein Zufall: Es sind die Artikel, bei denen Versand und Retouren die Marge nicht auffressen. Bei der vierten Eigenschaft, der Variantenvielfalt, trennt sich das Feld allerdings: Der Gürtel auf Platz 1 ist kürzbar und kommt deshalb mit einer Größe aus, während die Uhrenarmbänder in einem einzigen Angebot 18, 20 und 22 Millimeter führen, also drei Varianten, die dein Lieferant alle liefern können muss. Günstiges Zubehör ist also kein Freifahrtschein, sondern ein Kandidat, der die Prüfung meistens besteht.

Die Ausnahme in der Tabelle ist aufschlussreich. Bei den Sammelkarten verkauft sich das stärkste Angebot mit 69,54 € weit über dem Kategorieschnitt von 18,41 €, und es ist eine versiegelte japanische Kollektion: einzelne Bezugsquelle, Importware, 1.273 Stück aus einer Hand. Als Dropshipping-Kandidat fällt sie durch, als Marktsignal nicht. Sammelkarten sind mit 90,1 % Sell-Through die lebhafteste der neun Kategorien, und 23.682 ihrer 58.797 Verkäufe entfallen auf Pokémon. Wie dieser Markt von innen aussieht, haben wir getrennt ausgewertet: Sammelkarten im Wertvergleich zwischen Pokémon, Magic und Yu-Gi-Oh und, eine Ebene tiefer, was Pokémon-Karten auf eBay.de tatsächlich bringen. Für die Sneaker-Zeile gilt dasselbe: Die Auswertung nach Marke steht in Sneaker Reselling auf eBay.de.

Schritt 1: Nachfrage auf eBay.de prüfen

Dieser Schritt setzt voraus, dass du eine Produktidee hast. Wenn du noch keine hast, beginnt die Arbeit eine Stufe früher, nämlich beim Filtern statt beim Prüfen: Wie du aus dem eBay-Bestand nach Kategorie, Verkäufen und Lieferant Kandidaten herausfilterst, steht auf der Seite zum Entdecken von Produkten. Mit einer Idee im Kopf geht es hier weiter.

Öffne das eBay Product Research Tool über das Symbol in der linken Seitenleiste. Stell zuerst in den Quick Settings den Marktplatz auf eBay Germany, sonst recherchierst du den US-Markt. Dann gibst du deine Produktidee als Suchbegriff ein und setzt die Filter: Exclude phrase für Begriffe, die du ausschließen willst, Marketplace, Feedback, Price und den Zeitraum der Verkäufe über 7, 14, 21 oder 30 Tage.

Nach dem Klick auf Search zeigt dir die Ergebnisübersicht die vier Zahlen, um die es geht: Sell-through, Listings, Sold Items und Sale Earnings. Damit ist Frage 1 keine Vermutung mehr. Eine Suche, die etwas taugt, speicherst du über Save search mit Kommentar und Bewertung, damit du sie in einer Woche wiederfindest und den Verlauf vergleichen kannst.

Das eBay Product Research Tool: Sell-Through, verkaufte Artikel und Zahl der Wettbewerber zu einem Suchbegriff.

Die Bedienoberfläche von ZIK ist englisch, die Daten dahinter sind es nicht: ZIK erfasst eBay-Marktplätze in zehn Ländern, Deutschland eingeschlossen, und eBay Market Insights deckt neben den USA, Großbritannien und Australien auch Deutschland ab. Was das Werkzeug im Einzelnen ausweist, von der Preisspanne bis zur Zählung der Konkurrenten, steht auf der Seite zur Produktrecherche für eBay.de.

Schritt 2: Die Anfänger-Schwelle anwenden

Für den Einstieg empfiehlt ZIK eine einfache Schwelle: mindestens 2 Verkäufe in den letzten 7 Tagen, alternativ 4 in 14 oder 6 in 30 Tagen, und höchstens 5 Wettbewerber. Produkte über dieser Schwelle haben belegte Nachfrage und lassen einem neuen Listing Raum.

Die Schwelle wächst mit dir. Wenn dein Konto Bewertungen und Verkaufshistorie gesammelt hat, kannst du den Wettbewerbsrahmen auf etwa 15 Verkäufer öffnen und größere Nischen angehen. Am Anfang zählt jeder Verkauf doppelt: für die Kasse und für den Aufbau deiner Bewertungen. Produkte unter der Schwelle sind kein Verbot, aber ein guter Grund weiterzusuchen.

Schritt 3: Die Wettbewerber ansehen

Mit dem eBay Competitor Research Tool sieh dir die Verkäufer an, die in der Nische schon gewinnen. Der Zeitraum sitzt rechts oben im Filter Sales Date und kennt dieselben 7, 14, 21 und 30 Tage. Das Tool arbeitet auf Verkäuferebene und zeigt dir Geschäftsmodell, Sell-Through-Rate, aktive Listings, verkaufte Artikel, Bewertungen und den Durchschnittspreis.

Zwei Dinge liest du daran ab: wie stark die Konkurrenz wirklich ist, und welche Produkte sie trägt. Was du hier nicht bekommst, ist die Kategorie- oder Konfigurationsebene einzelner Angebote, denn die Auswertung ist verkäuferbezogen. Für die Produktebene gehst du mit dem gefundenen Artikel zurück in Schritt 1. Und wenn ein Shop es wert ist, nicht stichprobenartig, sondern vollständig gelesen zu werden, kannst du alle aktiven Angebote dieses Verkäufers in einem Durchlauf scannen.

Schritt 4: Den Lieferweg klären, und zwar deutsch

Hier weicht die deutsche Anleitung von jeder amerikanischen ab. Der Dropshipping Product Finder gleicht Produkte mit Lieferanten ab und rechnet den ROI auf Basis des Break-Even-Prozentsatzes, den du in den Quick Settings hinterlegst. Für eBay.de deckt dieser Abgleich AliExpress und Alibaba ab; Amazon steht in den Market Insights für eBay Deutschland nicht als Lieferantenquelle zur Verfügung, Amazon.de lässt sich aber in den Quick Settings für die Produktrecherche einstellen. Die verbreitete Erzählung "scanne Amazon, liste bei eBay" ist damit nicht die deutsche Erzählung.

Sie ist auch regelseitig keine: eBay erlaubt den Direktversand über Großhändler und verbietet es, eine eBay-Bestellung über einen anderen Einzelhändler oder Marktplatz ausliefern zu lassen. Die Preisspalten eines Händlers sind also ein Maßstab für deine Kalkulation, keine genehmigte Bezugsquelle. Was ein Durchlauf durch die Kataloge von Amazon und Walmart trotzdem zeigt und warum seine Verkaufszahl noch keine Aussage über eBay.de ist, steht auf der Seite zum Scannen der Lieferantenkataloge nach eBay-Verkäufern. Welche Anbieter wirklich infrage kommen und wie du sie prüfst, steht im Guide zu den Dropshipping-Lieferanten; die Plattformregeln im Detail findest du im eBay-Dropshipping-Guide.

Zeigt der Abgleich keinen Treffer, ist das kein Grund, das Produkt zu streichen. Such den Lieferantentitel von Hand, arbeite mit einer Bildersuche oder ergänze den Lieferantennamen im Suchfeld. Gerade Produkte ohne automatischen Treffer sind oft die mit wenig Wettbewerb.

Dropshipping-Produkte aus Deutschland oder der EU

Bleibt die Frage, ob der Lieferant in Deutschland, im EU-Raum oder in China sitzen soll. Für die Zahlen auf dieser Seite ist das keine Geschmacksfrage. Ein Großhändler im EU-Raum löst zwei Probleme, die der Direktimport erst schafft: Die verantwortliche Person in der EU, die die Produktsicherheitsverordnung verlangt, ist dort in der Regel schon benannt, und die Lieferzeit ist kurz genug, dass Retouren und Bewertungen nicht an der Laufzeit hängen. Dafür ist der Einkaufspreis höher, und dieser Unterschied geht in Schritt 5 direkt in die Marge ein.

Für die Suche heißt das: Der automatische Abgleich in ZIK deckt für eBay.de AliExpress und Alibaba ab, also zwei Quellen außerhalb der EU. Einen deutschen oder europäischen Großhändler findest du nicht über diesen Abgleich, sondern über den Artikel selbst und die anschließende Prüfung des Anbieters. Dieselbe Reihenfolge wie immer, nur dass die Quelle von Hand dazukommt.

Schritt 5: Die Marge rechnen, mit allen deutschen Zeilen

Jetzt die Rechnung, an einem echten Angebot aus dem deutschen ZMI-Datensatz. Das Angebot "Quartz Watch Chronograph Mens Watches Analog Quartz Watch Leather Wristwatch Waterproof" des Verkäufers umreifen-verpacken_de hat in 30 Tagen 27 Stück zu durchschnittlich 28,99 € verkauft, insgesamt 49 Stück. Nachfrage ist damit belegt, Schwelle aus Schritt 2 klar erfüllt.

Was davon übrig bleibt, entscheidet die Rechnung. Die Uhrenkategorie liegt bei eBay in der Gebührengruppe Uhren & Schmuck: 16 % Verkaufsprovision auf den Gesamtbetrag für Verkäufer mit Top-Bewertung oder überdurchschnittlichem Servicestatus, dazu die fixe Gebühr von 0,45 € pro Bestellung über 10,00 €. Bei unterdurchschnittlichem Servicestatus gelten abweichende Sätze, deine Gebühren hängen also auch an der Qualität deines Kontos. Und weil du gewerblich verkaufst, sind im Preis 19 % Umsatzsteuer enthalten, sofern du nicht unter die Kleinunternehmerregelung fällst:

PositionBetrag
Verkaufspreis (ZMI-Durchschnitt)28,99 €
abzüglich 19 % Umsatzsteuer4,63 €
abzüglich eBay-Verkaufsprovision (16 %)4,64 €
abzüglich fixe Gebühr pro Bestellung0,45 €
abzüglich angenommener Einkaufspreis inklusive Versand12,00 €
bleibt vor Retouren, Werbung und Fixkosten7,27 €

Nur eine Zahl in dieser Tabelle ist eine Annahme: der Einkaufspreis von 12,00 €. Deinen echten siehst du erst beim Lieferanten, und genau deshalb gehört Schritt 4 vor Schritt 5. Alles andere steht fest, bevor du das Listing einstellst. Bei 27 Verkäufen im Monat wären das rund 196 € Deckungsbeitrag aus einem einzigen Artikel, und das ist die Größenordnung, in der Dropshipping tatsächlich funktioniert: viele kleine Beträge aus einem geprüften Sortiment, nicht ein Glückstreffer.

Dreh die Rechnung ruhig um: Bei 16 % Provision und 19 % Umsatzsteuer bleiben von jedem Euro Verkaufspreis etwa 68 Cent, bevor der Einkauf abgeht. Ein Produkt, das nur bei geschöntem Einkaufspreis oder ohne Gebühren rentabel wäre, fliegt raus. Die aktuellen Sätze für deine Kategorie stehen im Guide zu den eBay-Gebühren für Verkäufer.

Und wenn du über einen eigenen Shop verkaufst

Verkaufst du statt über eBay über einen eigenen Onlineshop, bleibt die Methode dieselbe, nur die Werkzeuge wechseln. Der Shopify Product Explorer findet Produkte mit Umsatzschätzungen und passendem Lieferanten, der Shopify Sales Tracker verfolgt einzelne Shops mit ihren Bestsellern. Beide Zahlen sind ausdrücklich Schätzungen aus einem Modell, anders als die eBay-Verkäufe, die aus erster Hand stammen; behandle sie als Vergleich, nicht als Beleg. Das AdSpy Tool zeigt dir dazu die Anzeigen bei Meta, also Facebook und Instagram, hinter erfolgreichen Produkten. Einen ersten Blick auf dieselben Anzeigen bekommst du kostenfrei bei Meta selbst, und worauf dabei zu achten ist, steht in unserem Leitfaden dazu, was du aus der Meta Werbebibliothek wirklich lesen kannst. Auch hier gilt die Reihenfolge: erst die Nachfrage prüfen, dann das Werbebudget.

Wo in einer Kategorie die Verkäufe wirklich sitzen

Ein Durchschnittspreis kann in die Irre führen, und die Uhrenkategorie zeigt warum. Ihr Schnitt liegt bei 80,17 €, aber die Stückzahlen bewegen sich woanders:

SegmentVerkäufeAngebote
Chronograph1.2913.531
Smartwatch9362.288
Vintage62283
Herrenuhr42482
Damenuhr37260
Automatik9101

Chronographen bringen den Umsatz, im Schnitt 389,29 € je Verkauf, teilen ihn aber unter 3.531 aktiven Angeboten auf. Smartwatches verkaufen fast ebenso oft zu 38,53 €, also einem Zehntel des Preises, und mit einem Drittel weniger Konkurrenz. Für ein Konto ohne Historie ist der zweite Weg der realistischere, weil der Einsatz je Artikel kleiner ist und du schneller Bewertungen sammelst. Genau diese Aufteilung siehst du in keiner Jahresliste, sondern nur, wenn du eine Kategorie in ihre Segmente zerlegst.

Der deutsche Filter vor der Datenprüfung

Zwei Pflichten entscheiden in Deutschland mit, ob ein Produkt überhaupt infrage kommt, unabhängig von Nachfrage und Marge. Seit dem 13. Dezember 2024 verlangt die EU-Produktsicherheitsverordnung Herstellerangaben und Sicherheitshinweise im Angebot, und bei Importen aus Drittländern muss eine verantwortliche Person in der EU benannt sein. Wer verpackte Ware in Deutschland in Verkehr bringt, muss außerdem im Verpackungsregister LUCID registriert sein.

Praktisch heißt das: Ein Produkt, für das dein Lieferant keine Herstellerangaben liefert, ist kein Kandidat, egal wie gut die Zahlen aussehen. Prüf das früh, nicht nachdem du eingekauft hast. Die vollständigen Pflichten von der Gewerbeanmeldung bis zur Produktsicherheit stehen im Ratgeber Ist Dropshipping legal?, den Ablauf der Anmeldung beschreibt der Guide zum Gewerbe anmelden für eBay.

Beste Dropshipping-Produkte 2026: warum die Jahresliste nicht der Weg ist

Jedes Jahr erscheinen neue Listen mit den besten Produkten für 2025, 2026 und so weiter. Als Inspirationsquelle sind sie harmlos, als Einkaufsliste teuer: Was dort steht, wurde bereits tausendfach gelesen und eingestellt. Trends können trotzdem ein guter Ausgangspunkt sein, wenn du sie wie Rohmaterial behandelst. eBay Market Insights zeigt dir aktuell gefragte Produkte und Suchbegriffe für den deutschen Markt, und danach durchläuft jede Idee dieselbe Prüfung wie oben: Verkäufe, Wettbewerb, Marge. Welche Listen das Dashboard führt, mit welchen Zeitfenstern und warum Amazon für eBay.de dort nicht als Bezugsquelle auftaucht, steht auf der Seite zu den Markttrends auf eBay.de. Die Liste liefert Kandidaten. Ob ein Kandidat ein Produkt wird, entscheiden die Daten.

Ohne Tool starten: die manuelle Variante

Die Methode funktioniert auch ohne Software. Manuell heißt das: verkaufte Angebote in deiner Nische ansehen, Wettbewerber von Hand zählen, Einkaufspreise beim Lieferanten nachschlagen und die Marge selbst rechnen, Produkt für Produkt. Das ist mühsam, aber ehrlich, und es schlägt jede Bauchentscheidung. Ein Recherche-Tool ändert nichts an der Methode, es ändert die Geschwindigkeit: Aus Stunden pro Produkt werden Minuten, und aus einer Handvoll geprüfter Ideen pro Woche werden Dutzende. Wer an diesem Punkt hunderte Kandidaten auf einmal durchsehen will, lässt einen automatischen Scan vorsortieren: Wie der arbeitet, welche Lieferantenquellen für eBay.de bereitstehen und warum die Nachfrageprüfung danach trotzdem bleibt, steht auf der Seite zum Automatisieren der eBay-Produktsuche.

Wichtig ist nur die Reihenfolge, mit Tool wie ohne: erst belegen, dass ein Produkt sich verkauft, dann einstellen. Das gilt auch, wenn du dir Ideen von einem Sprachmodell geben lässt: Ein Chatbot kennt die aktuellen Verkaufszahlen deiner Nische nicht, und was Künstliche Intelligenz im Arbeitsablauf wirklich leistet, steht im Ratgeber KI-Dropshipping.

Der realistische Fahrplan

  1. Wähl eine Nische, die dich nicht langweilt. Du wirst viele Stunden mit ihr verbringen.
  2. Stell den Marktplatz auf eBay Germany und prüf die Nachfrage: Sell-Through, verkaufte Artikel, Durchschnittspreis im gewählten Zeitraum.
  3. Wend die Schwelle an: mindestens 2 Verkäufe in 7 Tagen, höchstens 5 Wettbewerber.
  4. Sieh dir die Verkäufer an, die in der Nische schon gewinnen, und lern von ihrem Sortiment.
  5. Klär den Lieferweg, bevor du rechnest: bei eBay ein Großhändler, geprüft auf Preis, Lieferzeit und Zuverlässigkeit.
  6. Rechne die Marge vollständig, mit Umsatzsteuer, Verkaufsprovision und fixer Gebühr.
  7. Stell das Listing ein und miss, was passiert. Ein geprüftes Produkt pro Woche schlägt zehn geratene.

Die datenbasierte Methode ist keine Zauberformel, sondern ein Filter: Sie sortiert die Produkte aus, die dich Zeit und Gebühren kosten würden, bevor du sie bezahlst. Genau darin liegt der Unterschied zwischen Verkäufern, die wachsen, und Verkäufern, die raten.

Häufige Fragen

Wo kauft man Dropshipping-Produkte?

Bei Lieferanten, nicht bei anderen Händlern. Für eBay.de ist das die entscheidende Unterscheidung: eBay erlaubt den Direktversand über Großhändler und verbietet es, eine eBay-Bestellung über einen anderen Einzelhändler oder Marktplatz ausliefern zu lassen. In ZIK Analytics gleicht der Dropshipping Product Finder Produkte für eBay.de mit AliExpress und Alibaba ab; Amazon.de lässt sich in den Quick Settings für die Produktrecherche einstellen.

Wie findet man Dropshipping-Lieferanten?

Über den Artikel, nicht über eine Anbieterliste. Du suchst zuerst ein Produkt mit belegten Verkäufen und klärst dann, wer es liefern kann: In ZIK Analytics gleicht der Dropshipping Product Finder für eBay.de gegen AliExpress und Alibaba ab und rechnet den ROI gegen den Break-Even-Prozentsatz aus den Quick Settings. Zeigt der Abgleich keinen Treffer, such den Lieferantentitel von Hand oder über eine Bildersuche; gerade diese Produkte haben oft wenig Wettbewerb. Prüf jeden Kandidaten danach auf Preis, Lieferzeit und darauf, ob er dir Herstellerangaben für das Angebot liefern kann.

Welche Produkte kann ich mit Dropshipping verkaufen?

Alle, die drei Prüfungen bestehen: belegte Verkäufe im gewählten Zeitraum, wenige Wettbewerber und eine Marge nach Gebühren und Umsatzsteuer. Dazu kommt in Deutschland ein rechtlicher Filter: Seit der EU-Produktsicherheitsverordnung braucht jedes Angebot Herstellerangaben, und bei Importen muss eine verantwortliche Person in der EU benannt sein. Produkte, für die du das nicht liefern kannst, fallen vor der Datenprüfung raus.

Was ist eine gute Sell-Through-Rate?

Einen absoluten Grenzwert gibt es nicht, denn der Wert hängt von der Nische ab. Die Sell-Through-Rate ist der Anteil der Angebote mit mindestens einem Verkauf: Je höher sie ist, desto mehr vom Angebot wird tatsächlich gekauft. Vergleiche Produkte innerhalb derselben Nische miteinander, statt auf eine magische Zahl zu warten.

Wie viele Produkte brauche ich am Anfang?

Es gibt keine magische Zahl, aber eine klare Richtung: Verdient wird über ein Sortiment aus mehreren funktionierenden Produkten, nicht über den einen Glückstreffer. Stell lieber regelmäßig sauber recherchierte Listings ein, als lange auf das perfekte Produkt zu warten.

Kann ich Dropshipping-Produkte auch ohne Tool finden?

Ja. Die Methode bleibt dieselbe: verkaufte Angebote ansehen, Wettbewerber zählen, Marge rechnen. Von Hand dauert das pro Produkt deutlich länger, und genau diese Zeit nimmt dir ein Recherche-Tool ab. Entscheidend ist die Reihenfolge: erst Nachfrage belegen, dann einstellen.

Welche Produkte verkaufen sich auf eBay.de in den größten Stückzahlen?

Nicht die, die man erwartet. In acht der neun Kategorien mit mittlerem Wettbewerb liegt das stückzahlstärkste Angebot unter dem Durchschnittspreis seiner Kategorie, und häufig ist es Zubehör statt Hauptartikel: Bei den Laptops ist unter den sechs meistverkauften Angeboten kein Laptop, sondern ein Netzteil für 8,29 Euro, Kabel, Mäuse und eine Tasche. Bei den Uhren sind vier von sechs Armbänder oder Kleinteile für unter 7 Euro. Eine Einkaufsliste ist das nicht, sondern ein Hinweis, mit welchem Suchbegriff du Schritt 1 beginnst.

Wo finde ich Dropshipping-Produkte aus Deutschland oder der EU?

Über den Artikel, nicht über eine Lieferantenliste, und nicht über den automatischen Abgleich: Der deckt für eBay.de AliExpress und Alibaba ab, beides außerhalb der EU. Ein Großhändler im EU-Raum hat dafür zwei Vorteile, die direkt auf deine Zahlen wirken: Die von der Produktsicherheitsverordnung verlangte verantwortliche Person in der EU ist dort meist schon benannt, und die kurze Lieferzeit senkt das Retouren- und Bewertungsrisiko. Der höhere Einkaufspreis gehört dann in die Margenrechnung, nicht in eine Grundsatzentscheidung.

Sind Trendprodukte gute Dropshipping-Produkte?

Manchmal, aber Trends sind zweischneidig: Die Nachfrage steigt schnell, die Konkurrenz aber auch. Nutze Trends als Ausgangspunkt für die Recherche und prüfe dann dieselben drei Kriterien wie bei jedem anderen Produkt: Verkäufe, Wettbewerb, Marge.