Was ist Dropshipping? Ablauf, Haken und Rechtslage
Dropshipping ist ein Verkaufsmodell, bei dem du Produkte online verkaufst, ohne sie selbst auf Lager zu haben: Erst wenn ein Käufer bei dir bestellt, kaufst du die Ware bei deinem Lieferanten ein, und der versendet sie direkt an deinen Käufer. Einen verbindlichen deutschen Namen dafür gibt es nicht. eBay nennt das Modell in seinen eigenen Verkäuferregeln Direktversand, in der Presse liest man gelegentlich Direkthandel, gesucht und gehandelt wird es unter Dropshipping.
Diese Definition steht inzwischen in jedem zweiten Suchergebnis. Vier Fragen stehen dort nicht, und sie sind die, an denen sich in Deutschland entscheidet, ob du damit anfängst: Was ist der Haken an der Sache? Kann ich mich damit strafbar machen? Was ist eigentlich dieses digitale Dropshipping? Und, die teuerste von allen: Welche Produkte verkaufen sich hier tatsächlich? Der Rest dieser Seite beantwortet sie in dieser Reihenfolge.
Wie funktioniert Dropshipping?
Der Ablauf ist bei jeder Bestellung derselbe und besteht aus vier Schritten:
- Du findest ein Produkt mit echter Nachfrage und einen Lieferanten, der es zuverlässig und günstig genug liefert.
- Du bietest das Produkt zu deinem Preis an, zum Beispiel als Listing bei eBay oder in deinem eigenen Onlineshop.
- Ein Käufer bestellt und bezahlt bei dir.
- Du bestellst beim Lieferanten, trägst die Adresse deines Käufers ein, und der Lieferant versendet direkt an ihn.
Der Käufer kennt in diesem Ablauf nur dich. Er hat bei dir gekauft, er bewertet dich, und er meldet sich bei dir, wenn das Paket zu spät kommt oder die Ware nicht passt. Kundenservice, Retouren und Bewertungen bleiben deine Aufgabe, auch wenn der Versand beim Lieferanten liegt. eBay formuliert das in seinen Regeln ausdrücklich: Die Verantwortung für die sichere, rechtzeitige Lieferung und die Zufriedenheit des Käufers liegt beim Verkäufer.
Der Unterschied zum klassischen Handel ist also kleiner, als er zunächst wirkt. Du sparst dir den Wareneinsatz vorab und das Lager, dafür gibst du Kontrolle ab: Verpackung, Versanddauer und Lagerbestand bestimmt dein Lieferant. Dropshipping ist Handel mit ausgelagertem Versand, kein Geschäftsmodell ohne Arbeit.
Als Lieferanten kommen drei Quellen infrage: klassische Großhändler, Plattformen wie AliExpress und Alibaba, und spezialisierte Fulfillment-Anbieter wie CJ. Welcher Weg passt, hängt von Produkt, Lieferzeit und Plattformregeln ab. Gerade bei eBay ist die Wahl des Lieferanten keine reine Kostenfrage, sondern eine Regelfrage, dazu gleich mehr.
Was ist der Haken an Dropshipping?
Der Haken ist die Marge, nicht der Aufwand. Weil der Einstieg so billig ist, verkaufen viele dasselbe Produkt, und was nach Einkaufspreis und Gebühren übrig bleibt, ist pro Stück oft einstellig. Alles andere folgt daraus.
Die sechs Punkte, die Anfänger in Deutschland tatsächlich einholen:
- Kleine Margen. Zwischen Einkaufspreis, Gebühren und Wettbewerb bleibt pro Verkauf oft wenig übrig. Ohne saubere Kalkulation verkaufst du dich unbemerkt in den Verlust.
- Viel Konkurrenz. Die niedrige Einstiegshürde gilt für alle. Produkte, die in jedem Video empfohlen werden, sind meist schon überlaufen, wenn du sie einstellst.
- Wenig Kontrolle über den Versand. Lieferzeit und Verpackung bestimmt dein Lieferant, die Bewertung dafür bekommst du.
- Lagerbestand, den du nicht siehst. Ist das Produkt beim Lieferanten ausverkauft, verkaufst du etwas, das du nicht liefern kannst, und trägst die Folgen beim Käufer und bei der Plattform.
- Der Kundenservice bleibt bei dir. Fragen, Retouren und Streitfälle laufen über dich, denn der Käufer hat bei dir gekauft.
- Pflichten des Onlinehandels. Gewerbe, Steuern und Verbraucherschutz gelten für dich wie für jeden anderen Händler, unabhängig davon, wo die Ware lagert.
Keiner dieser Nachteile spricht gegen das Modell. Zusammen sprechen sie dagegen, es planlos zu versuchen. Fast alle schrumpfen mit derselben Maßnahme: Produkte und Lieferanten anhand von Daten auszuwählen statt anhand von Videos und Vermutungen.
Ist Dropshipping legal in Deutschland?
Ja. Dropshipping ist in Deutschland ein legales Geschäftsmodell, auf beiden Wegen. Drei Dinge solltest du trotzdem von Anfang an wissen:
- Es ist ein Gewerbe. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, handelt gewerblich und muss das nach § 14 der Gewerbeordnung beim zuständigen Gewerbeamt anzeigen. Die Anmeldung ist der einfache Teil; sie zieht steuerliche Pflichten nach sich, die du früh mit einer Steuerberatung klären solltest.
- Für gewerbliche Verkäufer gilt Verbraucherschutz. Verbraucher haben beim Onlinekauf grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht nach § 312g BGB, dazu kommen Informationspflichten wie das Impressum. Wer gewerblich handelt, aber als privater Verkäufer auftritt, riskiert Abmahnungen.
- Die Plattformregeln kommen obendrauf. Das Gesetz erlaubt Dropshipping, aber die Plattform setzt eigene Grenzen: Bei eBay ist nur der Weg über Großhändler zulässig, dazu weiter unten mehr.
Zur Einordnung: Dieser Abschnitt gibt dir den Überblick, ersetzt aber keine Rechts- oder Steuerberatung. Die ausführliche Fassung steht in zwei eigenen Ratgebern: was rechtlich gilt, klärt Ist Dropshipping legal? Recht, Gewerbe und Steuern, und wie die Anmeldung konkret abläuft, steht unter Gewerbe anmelden für eBay und Dropshipping. Die Reihenfolge bleibt in beiden Fällen dieselbe: erst anmelden, dann verkaufen.
Ist Dropshipping strafbar?
Nein. Das Modell selbst ist kein Straftatbestand, und keine Vorschrift verbietet es, Ware verkaufen zu lassen, die man nicht im Regal hat. Wer in Deutschland trotzdem Ärger bekommt, bekommt ihn fast immer an einer anderen Stelle, und die lohnt sich zu kennen.
Die Gewerbeordnung verlangt die Anzeige des Gewerbes, bevor du es betreibst, und sie sanktioniert das Versäumnis selbst. § 146 Absatz 2 der Gewerbeordnung stellt es unter Bußgeld, wenn jemand „vorsätzlich oder fahrlässig“ eine Anzeige nach § 14 Absatz 1 Satz 1 „nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erstattet“. Der Rahmen steht im selben Paragrafen: eine Geldbuße „bis zu eintausend Euro“. Das ist eine Ordnungswidrigkeit, vergleichbar mit einem Verkehrsverstoß, und ausdrücklich keine Straftat und keine Vorstrafe.
Der zweite Bereich, in dem es unangenehm wird, ist kein Strafrecht, sondern Wettbewerbs- und Verbraucherrecht: fehlendes Impressum, fehlende oder falsche Widerrufsbelehrung, irreführende Lieferzeitangaben. Die typische Folge ist eine kostenpflichtige Abmahnung durch einen Mitbewerber oder einen Verband, und sie trifft Neueinsteiger häufiger als Bußgelder, weil sie von privater Seite kommt und keine Behörde einschalten muss.
Praktisch heißt das: Die Frage, die sich in Deutschland wirklich stellt, ist nicht „darf ich das“, sondern „habe ich die Formalien erledigt, bevor der erste Artikel online geht“. Wer das Gewerbe anmeldet, korrekt als gewerblicher Verkäufer auftritt und Lieferzeiten angibt, die sein Lieferant einhalten kann, bewegt sich in einem ganz normalen Handelsgewerbe.
Was ist digitales Dropshipping?
Digitales Dropshipping bezeichnet den Verkauf digitaler Produkte, die jemand anderes erstellt hat: E-Books, Vorlagen, Online-Kurse, Software, Grafiken. Versendet wird dabei nichts. Der Käufer bekommt eine Datei oder einen Download-Link, meist automatisch nach der Zahlung.
Damit trifft die Definition vom Anfang dieser Seite genau genommen nicht mehr zu. Dropshipping beschreibt, wie ein physisches Paket zum Käufer kommt, ohne durch deine Hände zu gehen. Bei einer Datei gibt es kein Paket, keinen Lieferanten, der verpackt, und keine Lieferzeit. Der Name ist übernommenes Marketing, und das ist der Grund, warum die Ratgeber zu diesem Begriff so unterschiedlich ausfallen.
Die entscheidende Frage ist deshalb eine andere als bei physischer Ware. Sie lautet nicht „bleibt genug Marge“, sondern: Darfst du das Werk überhaupt weiterverkaufen? § 31 des Urheberrechtsgesetzes regelt das: Der Urheber „kann einem anderen das Recht einräumen, das Werk auf einzelne oder alle Nutzungsarten zu nutzen“. Ohne ein solches eingeräumtes Nutzungsrecht verkaufst du etwas, das dir nicht zusteht. Und wenn ein Lizenzvertrag den Weiterverkauf nicht ausdrücklich nennt, ist er im Zweifel auch nicht erlaubt, denn nach § 31 Absatz 5 richtet sich der Umfang der Rechte nach dem Vertragszweck. Prüf also zuerst die Lizenz, dann den Preis.
Unter demselben Begriff läuft oft noch ein zweites Geschäft: Print on Demand. Dort ist das Produkt sehr wohl physisch, ein Shirt, eine Tasse, ein Poster, nur wird es erst nach der Bestellung bedruckt und verschickt. Das ist echtes Dropshipping im Sinne dieser Seite, mit einem Anbieter statt einem Großhändler. Welche Anbieter sich dafür unterscheiden, steht im Vergleich Printify oder Printful: Print on Demand.
eBay oder Shopify: zwei Wege ins Dropshipping
Die Frage, wo du verkaufst, prägt alles Weitere: wie du Käufer erreichst, was dich das kostet und welche Fähigkeiten du zuerst lernen musst. Zwei Wege haben sich durchgesetzt, und sie funktionieren grundverschieden.
Der eBay-Weg: verkaufen, wo die Käufer schon sind
Bei eBay verkaufst du auf einem Marktplatz, auf dem die Nachfrage schon existiert. Menschen suchen dort in jeder Minute nach Produkten, und ein gutes Listing kann verkaufen, ohne dass du Geld in Werbung steckst. Das ist der große Vorteil dieses Wegs: Du bezahlst keine Besucher, du konkurrierst um sie.
Genau darin liegt auch die Härte. Deine Konkurrenten sind einen Klick entfernt, und du gewinnst über Produktauswahl, Preis und Listing-Qualität, nicht über Markenaufbau. Dazu kommen die Verkaufsgebühren der Plattform, die du von Anfang an in deine Kalkulation einrechnen musst; sie unterscheiden sich je nachdem, ob du privat oder gewerblich verkaufst, und wir haben sie unter eBay-Gebühren für Verkäufer aufgeschlüsselt. Für Dropshipping ist die Antwort eindeutig: Es ist gewerblicher Handel. Wie der Weg vom Konto bis zum ersten Angebot aussieht, steht Schritt für Schritt unter bei eBay verkaufen.
Die Dropshipping-Regel von eBay
eBay erlaubt Dropshipping, aber mit einer klaren Grenze. Du darfst Bestellungen direkt von einem Großhändler abwickeln lassen. Nicht erlaubt ist, einen Artikel bei eBay einzustellen und ihn dann bei einem anderen Einzelhändler oder Marktplatz zu kaufen, der direkt an deinen Käufer versendet, also etwa eine eBay-Bestellung über Amazon ausliefern zu lassen. Diese Praxis, oft Retail-Arbitrage genannt, verstößt gegen die eBay-Regeln und gefährdet dein Verkäuferkonto, von der Entfernung deiner Angebote über Einschränkungen bis zur Sperrung des Kontos.
Der sichere Weg ist die Arbeit mit echten Großhändlern und eine saubere Dokumentation deiner Lieferkette. Wenn du diese eine Regel von Anfang an ernst nimmst, ersparst du dir die häufigste und teuerste Anfängerfalle im eBay-Dropshipping. Wie das Modell auf eBay.de im Detail funktioniert, steht im eBay-Dropshipping-Guide für Deutschland; worauf du bei der Auswahl achtest, haben wir unter seriöse Dropshipping-Lieferanten finden und prüfen aufgeschrieben.
Der Shopify-Weg: der eigene Shop
Mit Shopify baust du deinen eigenen Onlineshop. Du bestimmst Marke, Design, Preise und Sortiment, du besitzt die Kundenbeziehung, und keine Plattform sperrt dir über Nacht das Schaufenster. Auf lange Sicht ist das die größere Freiheit. Was die Plattform ist und wo ihre Grenzen liegen, steht unter Was ist Shopify? Der Shop ohne Käufer.
Der Preis dafür: In deinen Shop kommt niemand von allein. Jeden einzelnen Besucher bringst du selbst, in der Praxis meist über bezahlte Werbung auf Kanälen wie Facebook, Instagram oder TikTok. Das verlangt ein Werbebudget, das du verlieren kannst, und Marketing-Fähigkeiten, die du erst aufbauen musst. Dazu kommen die laufenden Kosten des Shops selbst, die wir unter Shopify Kosten für einen Shop in Deutschland aufgeschlüsselt haben. Der Shopify-Weg tauscht die sichtbare Konkurrenz des Marktplatzes gegen die stille Konkurrenz um Aufmerksamkeit, und die ist nicht billiger. Wie der Aufbau konkret abläuft, steht unter Shopify Dropshipping aus Deutschland.
Welcher Weg für den Anfang?
Die ehrliche Antwort: Beide funktionieren, aber sie verlangen Verschiedenes. eBay verzeiht am Anfang mehr, weil du mit vorhandener Nachfrage lernst und ohne Werbebudget erste Verkäufe erreichen kannst. Shopify verlangt Marketing und Budget vom ersten Tag, gibt dir dafür aber Marke und Kundendaten. Viele Verkäufer starten bei eBay und bauen den eigenen Shop später dazu; auch der umgekehrte Weg existiert.
Wichtiger als die Plattform ist die Produktentscheidung. Ein Produkt ohne Nachfrage verkauft sich nirgendwo, und ein Produkt mit belegter Nachfrage und vernünftiger Marge funktioniert auf beiden Wegen. Deshalb lohnt es sich, die Energie zuerst in die Recherche zu stecken und erst danach in die Plattformfrage.
Wie viel verdient man als Dropshipper?
Es gibt keine typische Zahl, und wer dir eine verspricht, will dir meistens etwas verkaufen. Seriös beantworten lässt sich eine andere Frage: wie der Verdienst zustande kommt.
Deine Marge pro Verkauf ist einfache Arithmetik: Verkaufspreis minus Einkaufspreis minus Gebühren. Davon gehen dann noch Zahlungsgebühren, gelegentliche Retouren und deine Fixkosten für Tools oder Werbung ab. Was übrig bleibt, ist dein Gewinn, und der ist pro Stück oft klein. Verdient wird über Stückzahlen und über ein Sortiment aus mehreren funktionierenden Produkten, nicht über den einen Glückstreffer. Wie diese Rechnung mit echten eBay.de-Zahlen aussieht, rechnen wir weiter unten an einem konkreten Produkt durch.
Realistisch heißt das: Die ersten Wochen sind Lernzeit, und viele starten nebenberuflich. Das ist kein Makel, sondern ein vernünftiger Umgang mit dem Risiko. Der Unterschied zwischen Verkäufern, die wachsen, und Verkäufern, die aufgeben, liegt selten am Fleiß und fast immer an der Produktauswahl: Wer Produkte mit belegter Nachfrage und wenig Wettbewerb findet, verdient öfter an jedem Listing. Wer rät, bezahlt jede Fehlentscheidung mit Zeit und Gebühren.
Und ein Wort zu den Erfolgsvideos: Umsatz ist nicht Gewinn. Ein Bildschirmfoto mit 10.000 € Umsatz sagt nichts darüber, was nach Einkauf, Gebühren, Retouren und Werbung übrig bleibt. Rechne jede Zahl, die dir begegnet, auf die Marge herunter, auch deine eigenen.
Produktrecherche: hier entscheidet sich, ob du verkaufst
Was heißt „mit Daten arbeiten“ konkret? Es heißt, vor dem ersten Listing drei Fragen zu beantworten: Wird das Produkt tatsächlich gekauft? Wie viele Verkäufer konkurrieren darum? Und bleibt zwischen Einkaufspreis und realistischem Verkaufspreis eine Marge übrig?
Genau dafür ist ZIK Analytics gebaut. In den Quick Settings stellst du zuerst den Marktplatz auf eBay Deutschland; ZIK rechnet danach alle Daten und Preise in Euro um. Im eBay Product Research Tool, der Produktrecherche, gibst du dann einen Suchbegriff ein, filterst nach Preis, Verkäuferbewertung und Verkaufszeitraum (7, 14, 21 oder 30 Tage) und bekommst Abverkaufsquote, Zahl der Angebote, verkaufte Stück und Verkaufserlöse zurück. Das eBay Category Research Tool macht dasselbe eine Ebene höher, für ganze Kategorien statt für ein einzelnes Produkt.
Wie diese Zahlen für Deutschland aussehen, zeigt der Blick auf die Kategorien von eBay.de. Quote steht für die Abverkaufsquote der letzten 30 Tage, also den Anteil der Angebote mit mindestens einem Verkauf. Die Zahlen stammen aus dem ZIK Marketplace Index (ZMI), der 17 Mio. beobachtete Listings auf eBay.de abdeckt, Stand 04.09.2026.
| Kategorie | Quote | Wettbewerb |
|---|---|---|
| Sammelkarten | 90,1% | mittel |
| Elektronik | 79,7% | hoch |
| Garten & Terrasse | 77,0% | hoch |
| Haus & Garten | 75,9% | hoch |
| Spielzeug | 53,1% | hoch |
| Autoteile | 52,4% | hoch |
| Münzen | 49,2% | mittel |
Sortiert ist die Tabelle nach Quote, nicht nach Größe, und das ist der ganze Punkt. Autoteile ist mit 2.087.032 Verkäufen in 30 Tagen eine der größten Kategorien von eBay.de, setzt aber nur gut die Hälfte seiner Angebote um, bei hohem Wettbewerb. Sammelkarten verkauft mit 58.797 Artikeln rund 35-mal seltener und bringt trotzdem 90,1% seiner Angebote an einen Käufer, bei mittlerem Wettbewerb. Genau das ist gemeint, wenn wir sagen, die Produktauswahl entscheidet: Die größte Nachfrage und die beste Gelegenheit sind auf eBay.de nicht dieselbe Kategorie. Welche Artikel dahinterstehen, steht im Report zu den meistverkauften Artikeln auf eBay. Wie groß der Markt insgesamt ist, wie viele Verkäufer auf eBay.de aktiv sind und wie viele deutsche Shopify-Shops tatsächlich verkaufen, steht in unseren E-Commerce-Statistiken für Deutschland.
Ein Beispiel, damit die Margenrechnung nicht abstrakt bleibt, und zugleich der Beleg dafür, dass eine Kategorie nie das letzte Wort hat. Elektronik steht in der Tabelle bei hohem Wettbewerb. Eine Ebene tiefer, beim einzelnen Suchbegriff, sieht es anders aus: „powerbank“ hat steigenden Trend und niedrigen Wettbewerb, bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 30,01 €. Deshalb ist die Kategorie der Einstieg in die Recherche und nie ihr Ergebnis. Diese 30,01 € sind deine Obergrenze, nicht dein Wunschpreis. Ziehst du davon deinen Einkaufspreis beim Lieferanten ab und dann die Verkaufsprovision, die für gewerbliche Verkäufer anfällt, siehst du sofort, ob unter dem Strich genug übrig bleibt, damit sich Aufwand und Retourenrisiko lohnen. Findest du keinen Lieferanten deutlich unter diesen 30,01 €, ist die Produktidee an dieser Stelle erledigt, und zwar bevor du ein Angebot eingestellt hast. Die Gebührensätze für diese Rechnung stehen im Guide zu den eBay-Gebühren; die ganze Methode Schritt für Schritt unter Dropshipping-Produkte finden.
Ein deutscher Hinweis zu den Lieferanten, weil er in fast jedem englischen Ratgeber falsch steht: Für eBay.de stehen in den eBay Market Insights AliExpress und Alibaba als Bezugsquellen zur Verfügung, Amazon.de lässt sich in den Quick Settings für die Produktrecherche einstellen. Walmart und CJDropshipping sind auf die USA beschränkt. Wichtig dabei: Ein Amazon-Preis, den du in ZIK siehst, ist ein Preisvergleich, keine Freigabe als Bezugsquelle. Eine eBay-Bestellung über Amazon ausliefern zu lassen bleibt nach den eBay-Regeln unzulässig, egal welche Zahlen daneben stehen.
Für den Shopify-Weg schätzt der Shopify Sales Tracker Umsätze und Bestseller einzelner Shops. Diese Zahlen sind ausdrücklich Schätzungen aus einem gleichbleibenden Algorithmus, der die Aktivität eines Shops auswertet, und nicht mit den eBay-Verkaufsdaten zu verwechseln. Das AdSpy Tool zeigt dazu die Facebook- und Instagram-Anzeigen: Du sortierst nach Laufzeit, denn eine Anzeige, die lange läuft, ist eine Anzeige, für die jemand weiter bezahlt. Was künstliche Intelligenz an dieser Stelle wirklich beitragen kann und was nicht, haben wir unter KI-Dropshipping auseinandergenommen.
Ob mit ZIK oder ohne: Der Kern der Methode bleibt derselbe. Erst belegen, dass ein Produkt sich verkauft, dann einstellen. In dieser Reihenfolge.
Wie du startest: die ersten Schritte
- Wähl deinen Weg. eBay, wenn du mit vorhandener Nachfrage lernen willst; Shopify, wenn du Werbebudget und Lust auf Markenaufbau mitbringst.
- Melde dein Gewerbe an, bevor du regelmäßig verkaufst, und kläre die steuerlichen Grundlagen.
- Recherchiere dein erstes Produkt mit Daten: belegte Nachfrage, überschaubarer Wettbewerb, ausreichende Marge.
- Prüf deinen Lieferanten, bevor du einstellst: Preis, Lieferzeit, Zuverlässigkeit, und bei eBay ein Großhändler, kein anderer Marktplatz.
- Stell dein erstes Listing ein und miss, was passiert. Ein besseres Listing pro Woche schlägt jeden perfekten Plan ohne Listing.
Die ausführliche Fassung dieser Reihenfolge, mit den deutschen Behördenschritten an der richtigen Stelle, steht unter Dropshipping starten: die deutsche Reihenfolge.
Dropshipping ist keine Abkürzung zum schnellen Geld, sondern Handel mit ausgelagertem Versand. Wer es so behandelt, mit angemeldetem Gewerbe, echten Lieferanten und Produktentscheidungen auf Datenbasis, hat einen realistischen Weg in den eigenen Onlinehandel, nebenberuflich oder in Vollzeit.
Häufige Fragen
Was ist Dropshipping in einem Satz?
Dropshipping ist ein Verkaufsmodell, bei dem du Produkte verkaufst, ohne sie auf Lager zu haben: Erst wenn ein Käufer bestellt, kaufst du beim Lieferanten ein, und der versendet die Ware direkt an deinen Käufer.
Wie heißt Dropshipping auf Deutsch?
Einen verbindlichen deutschen Begriff gibt es nicht, und im Handel spricht praktisch jeder von Dropshipping. eBay nennt das Modell in seinen eigenen Regeln Direktversand, in der Presse liest man auch Direkthandel. Gesucht und verkauft wird unter Dropshipping.
Ist Dropshipping strafbar?
Nein. Das Geschäftsmodell selbst ist kein Straftatbestand. Wer allerdings gewerblich verkauft, ohne das Gewerbe nach § 14 Absatz 1 der Gewerbeordnung anzuzeigen, handelt ordnungswidrig: § 146 Absatz 2 der Gewerbeordnung stellt die versäumte Anzeige unter eine Geldbuße bis zu 1.000 Euro. Das ist ein Bußgeld, keine Vorstrafe.
Ist Dropshipping bei eBay erlaubt?
Ja, wenn die Ware von einem Großhändler kommt. Nicht erlaubt ist, einen Artikel bei eBay einzustellen und ihn dann bei einem anderen Einzelhändler oder Marktplatz zu kaufen, der direkt an deinen Käufer liefert. Ein Verstoß gefährdet dein Verkäuferkonto.
Brauche ich ein Gewerbe für Dropshipping?
Ja. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, handelt gewerblich und muss das nach § 14 der Gewerbeordnung anzeigen. Die Anmeldung selbst ist der einfache Teil; welche steuerlichen Pflichten danach gelten, klärst du am besten mit einer Steuerberatung.
Wie viel Startkapital brauche ich für Dropshipping?
Weniger als für klassischen Handel, weil du keine Ware vorfinanzierst. Rechne trotzdem mit laufenden Kosten: Verkaufsgebühren der Plattform, Recherche-Tools, gelegentliche Retouren und beim eigenen Shop das Werbebudget.