Rechner

Zollrechner: Was ein Paket von außerhalb der EU kostet

Ein Paket aus China, den USA oder Großbritannien kostet an der deutschen Grenze mehr als den Kaufpreis: Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und meist eine Pauschale des Paketdienstes. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es dabei keine Zollfreigrenze mehr; bis 150 Euro Warenwert fällt eine Pauschale von 3 Euro an, darüber der Zollsatz der Ware. Dieser Rechner zeigt dir vor der Bestellung, was die Ware dich am Ende kostet. Wer per Dropshipping aus Fernost liefern lässt, rechnet damit die Abgaben durch, die beim Kunden ankommen; die rechtlichen Pflichten dahinter erklärt unser Artikel dazu, ob Dropshipping legal ist.

Das Ergebnis

Was die Ware dich kostet
164,22 €

Ware, Versand, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Pauschale zusammen. Das ist dein echter Einkaufspreis.

Abgaben und Pauschale
29,22 €

Zoll plus Einfuhrumsatzsteuer plus Servicepauschale. Das zahlst du zusätzlich zum Kaufpreis.

Zollwert
135,00 €

Warenwert plus Versand plus Versicherung. Die Grundlage für Zoll und Steuer.

Zoll
3,00 €

Bis 150 Euro Warenwert pauschal 3 Euro, darüber dein Zollsatz auf den Zollwert.

Einfuhrumsatzsteuer
26,22 €

Berechnet auf Zollwert plus Zoll, nicht auf den Warenwert allein.

Aufschlag auf den Zollwert
21,6 %

Um wie viel Prozent Abgaben und Pauschale die Sendung verteuern.

So rechnet der Rechner

  1. Der Zollwert ist der Gesamtbetrag der Sendung: Warenwert plus Versandkosten plus eine separat berechnete Transportversicherung. Auf diesen Betrag werden Zoll und Steuer berechnet, nicht auf den Warenpreis allein.

  2. Bis 150 Euro Warenwert fällt seit dem 1. Juli 2026 pro Warenkategorie im Paket eine pauschale Zollabgabe von 3 Euro an; die frühere Zollfreigrenze ist entfallen. Der Rechner setzt die Pauschale für eine Warenkategorie an.

  3. Über 150 Euro Warenwert gilt der Zollsatz der Ware auf den gesamten Zollwert. Der Satz hängt von der Zolltarifnummer ab, und der Rechner kann ihn nicht erraten; du trägst ihn selbst ein.

  4. Die Einfuhrumsatzsteuer wird auf den Zollwert plus den Zoll berechnet, also auf Ware, Versand und Zoll zusammen. Eine Freigrenze gibt es dafür nicht; die Steuer fällt ab dem ersten Euro an.

  5. Dazu kommt die Servicepauschale, die der Paketdienst für die Zollabfertigung berechnet. Diese Pauschale ist keine Abgabe und wird nicht besteuert, erhöht aber, was du am Ende zahlst.

  6. Die Gesamtkosten sind Zollwert plus Zoll plus Steuer plus Pauschale. Der Aufschlag in Prozent zeigt, um wie viel teurer die Sendung gegenüber dem Zollwert geworden ist.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Du bestellst Ware für 120 Euro außerhalb der EU, der Versand kostet 15 Euro, eine Versicherung gibt es nicht, der Paketdienst berechnet keine Pauschale, und die Ware fällt unter den Regelsteuersatz von 19 %.

Zollwert (120 Euro plus 15 Euro)
135,00 €
Zoll (Pauschale bis 150 Euro Warenwert)
3,00 €
Einfuhrumsatzsteuer (19 % auf 138,00 Euro)
26,22 €
Abgaben gesamt
29,22 €
Was die Ware dich kostet
164,22 €
Aufschlag auf den Zollwert
21,6 %

Aus 120 Euro werden 164,22 Euro, ein Aufschlag von 21,6 % auf den Zollwert. Der größte Posten ist nicht der Zoll, sondern die Einfuhrumsatzsteuer, und die fällt auch auf das Porto und auf den Zoll an. Wer nur 19 % auf den Warenpreis rechnet, kommt auf 22,80 Euro statt 29,22 Euro Abgaben und unterschätzt jedes Paket um gut 6 Euro.

Was der Rechner nicht leistet: Der Rechner setzt die Regeln um, die der Zoll am 6. Oktober 2026 auf zoll.de veröffentlicht: die Zollpauschale von 3 Euro bis 150 Euro Warenwert seit dem 1. Juli 2026, darüber dein Zollsatz, und die Einfuhrumsatzsteuer auf Zollwert plus Zoll. Den Zollsatz deiner Ware und die Servicepauschale deines Paketdienstes kennt er nicht, die trägst du selbst ein; die Pauschale von 3 Euro gilt pro Warenkategorie im Paket, der Rechner setzt eine Kategorie an. Verbrauchsteuern auf Alkohol, Tabak oder Kaffee sind nicht enthalten. Verbindlich ist allein die Abfertigung durch den Zoll.

Häufige Fragen

Ist die Zollfreigrenze von 150 Euro noch gültig?

Nein. Seit dem 1. Juli 2026 ist die Zollfreigrenze für E-Commerce-Sendungen aus Nicht-EU-Staaten bis 150 Euro Warenwert entfallen. Stattdessen wird bei Paketsendungen bis 150 Euro für jede enthaltene Warenkategorie eine pauschale Zollabgabe von 3 Euro erhoben. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 bzw. 7 % fällt wie bisher zusätzlich an. Beides steht so beim Zoll, der die Regel auf zoll.de erklärt.

Was zahle ich bei einem Warenwert über 150 Euro?

Dann gilt dein Zollsatz auf den gesamten Zollwert inklusive Porto. Ein Beispiel: 200 Euro Ware plus 20 Euro Versand bei 12 % Zoll ergeben 26,40 Euro Zoll, darauf 19 % Einfuhrumsatzsteuer auf 246,40 Euro, also 46,82 Euro. Zusammen sind das 73,22 Euro Abgaben, und die Ware kostet dich 293,22 Euro statt 220 Euro.

Woher weiß ich den Zollsatz meiner Ware?

Aus der Zolltarifnummer der Ware, die im elektronischen Zolltarif der EU hinterlegt ist. Der Satz unterscheidet sich je nach Ware deutlich, und er hängt von der genauen Beschaffenheit ab, nicht vom Verwendungszweck. Der Rechner kann ihn deshalb nicht für dich bestimmen. Wenn du ihn nicht kennst, rechne vorerst mit einem höheren Satz und korrigiere ihn, sobald du die Tarifnummer hast.

Gilt der Rechner auch für Dropshipping aus China?

Ja, und dort ist er am wichtigsten. Beim Dropshipping geht das Paket direkt an deinen Kunden, und der zahlt die Abgaben an der Haustür, wenn sie nicht schon im Preis enthalten und vom Lieferanten abgewickelt sind. Eine Nachzahlung an der Haustür, mit der der Kunde nicht gerechnet hat, endet oft in einer Rücksendung. Wie du Lieferanten findest, die aus EU-Lagern liefern, zeigt unser Leitfaden zu Dropshipping-Lieferanten; wie der Ablauf über eBay aussieht, erklärt unser Artikel zum eBay-Dropshipping.

Warum fällt die Steuer auch auf das Porto an?

Weil die Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer der Zollwert plus der Zoll ist, und der Zollwert den Gesamtbetrag der Sendung inklusive der Portokosten umfasst. So legt es der Zoll fest. Ein günstiger Artikel mit teurem Versand wird dadurch stärker belastet, als der Warenpreis vermuten lässt.

Welche Waren fallen unter 7 % Einfuhrumsatzsteuer?

Der ermäßigte Satz von 7 % gilt zum Beispiel für Lebensmittel und Bücher. Für die meisten Waren, die Händler importieren, also Elektronik, Kleidung, Haushaltswaren und Spielzeug, gelten 19 %. Bei Alkohol, Tabak und Kaffee kommen außerdem Verbrauchsteuern dazu, die der Rechner nicht enthält.