Margenrechner: Gewinnmarge, Aufschlag und Break-even berechnen
Marge berechnen heißt: Verkaufspreis minus alle Kosten, geteilt durch den Verkaufspreis. Dieser Rechner nimmt dir die Rechnung ab und zeigt dazu, bei welchem Preis du gerade noch nicht draufzahlst (der Break-even), was du für deine Zielmarge verlangen musst und wie viel Werbung ein Verkauf verträgt. Gerechnet wird netto, wie es der Artikel zur Gewinnmarge erklärt: Die Umsatzsteuer gehört nicht dir. Die Provision deines Marktplatzes kennt der Rechner nicht und rät sie auch nicht; den Prozentsatz trägst du selbst ein, aus deiner Abrechnung oder aus dem Guide zu den eBay-Gebühren. Das Beispiel unten ist der Hoodie für 40 € aus dem Artikel, damit du den Rechner gegen die Tabelle dort prüfen kannst.
Das Ergebnis
- Gewinn pro Stück
- 8,36 €
- Gewinnmarge
- 24,9 %
- Break-even-Preis netto
- 23,86 €
- Nettopreis für deine Zielmarge
- 36,70 €
- Maximales Werbebudget pro Verkauf
- 8,36 €
- Break-even-ROAS
- 4,02×
Was nach Einkauf, Versand, weiteren Kosten, Provision und Werbung übrig bleibt. Das ist das Geld, das ein Verkauf dir wirklich bringt.
Gewinn geteilt durch den Nettopreis. Unter 15 % bleibt kaum Luft für eine Rücksendung, einen Fehler oder einen teureren Einkauf.
Der Preis, bei dem du weder Gewinn noch Verlust machst. Jeder Rabatt darunter verkauft mit Verlust.
Was du netto verlangen musst, um die gewünschte Marge zu erreichen, ohne eine Kostenposition anzufassen. Mal 1,19 ergibt den Bruttopreis.
Was du höchstens für einen Käufer ausgeben darfst, bevor der Verkauf sich nicht mehr lohnt. Darüber macht jeder Verkauf Verlust.
Wie viel Euro Nettoumsatz jeder Euro Werbung zurückbringen muss, damit du nichts verlierst. Eine Kampagne darunter verbrennt Marge.
So rechnet der Rechner
Rechne netto. Der Preis, den der Käufer zahlt, enthält Umsatzsteuer, und die reichst du an das Finanzamt durch. Nach § 12 UStG beträgt sie für jeden steuerpflichtigen Umsatz 19 Prozent der Bemessungsgrundlage und ermäßigt sich für die dort aufgezählten Umsätze auf sieben Prozent. Beim Regelsatz ist der Nettopreis also der Bruttopreis geteilt durch 1,19: Aus 40 € werden 33,61 €. Auch der Einkaufspreis geht netto in die Rechnung, weil du die Vorsteuer zurückbekommst. Wer die Kleinunternehmerregelung nutzt, lässt diesen Schritt weg und trägt die Preise so ein, wie sie auf der Rechnung stehen.
Die Provision rechnet der Rechner als Prozentsatz vom Nettopreis. Marktplätze berechnen sie meist auf den Betrag, den der Käufer zahlt, also brutto und inklusive Versand. Damit die Euro-Summe stimmt, nimmst du den Satz des Marktplatzes mal 1,19: Aus 12 % werden 14,28 %. Die feste Gebühr pro Bestellung gehört nicht in den Prozentsatz, sondern in die weiteren Kosten pro Stück. Welchen Satz eBay.de in deiner Kategorie nimmt, steht im Guide zu den eBay-Gebühren.
Der Gewinn pro Stück ist der Nettopreis minus Einkauf, Versand, weitere Kosten, Werbung und Provision. Die Gewinnmarge ist dieser Gewinn geteilt durch den Nettopreis, nie durch den Einkaufspreis.
Der Aufschlag ist dieselbe Differenz, nur geteilt durch die Kosten statt durch den Preis. Beide Zahlen hängen fest zusammen: Marge = Aufschlag geteilt durch (1 + Aufschlag), Aufschlag = Marge geteilt durch (1 minus Marge). Ein Aufschlag von 100 % ist eine Marge von 50 %, und 30 % Aufschlag ergeben 23 % Marge. Der Rechner zeigt die Marge, weil sie sich zwischen Produkten und Marktplätzen vergleichen lässt; den Aufschlag rechnest du mit der Formel um.
Der Break-even-Preis ist der Preis, bei dem der Gewinn genau null ist: alle Kosten pro Stück inklusive Werbung, geteilt durch den Anteil, der dir nach der Provision bleibt. Bei 14,28 % Provision bleiben dir 85,72 % von jedem Euro. Jeder Rabatt unter diesen Preis verkauft mit Verlust.
Der Preis für deine Zielmarge funktioniert genauso, nur dass neben der Provision auch die Marge vom Preis abgezogen wird: Kosten geteilt durch (1 minus Provision minus Zielmarge). Das Ergebnis ist ein Nettopreis; mal 1,19 ergibt den Preis, den du auf dem Marktplatz einträgst.
Das maximale Werbebudget pro Verkauf ist, was vom Nettopreis nach Provision und allen Kosten übrig bleibt, bevor du Werbung bezahlst. Der Break-even-ROAS ist der Nettopreis geteilt durch diesen Betrag; ausführlich, auch für den Vergleich mit dem Werbeanzeigenmanager, rechnet ihn der ROAS-Rechner.
Wo die Zahlen keine Antwort zulassen, sagt der Rechner das, statt eine Zahl zu zeigen: Eine Provision von 100 % lässt keinen Break-even-Preis zu, ein Produkt, das schon vor der Werbung Verlust macht, hat keinen rettenden ROAS, und eine Zielmarge, die zusammen mit der Provision 100 % oder mehr des Preises ausmacht, ist bei keinem Preis erreichbar.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Der Hoodie aus dem Artikel zur Gewinnmarge: Der Käufer zahlt 40 € inklusive Versand, netto sind das 33,61 €. Der Einkauf kostet 15 € netto, das Paket 4,50 €, Verpackung und die feste Gebühr pro Bestellung zusammen 0,95 €. Der Marktplatz nimmt im Beispiel 12 % des Bruttopreises (die Beispielzahl des Artikels; deinen Satz liest du im Gebühren-Guide), auf den Nettopreis bezogen also 14,28 %. Werbung läuft keine, die Zielmarge ist 30 %.
- Verkaufspreis netto (40,00 € geteilt durch 1,19)
- 33,61 €
- Provision (14,28 % vom Nettopreis, entspricht 12 % von 40 €)
- 4,80 €
- Einkauf, Versand, Verpackung und feste Gebühr
- 20,45 €
- Kosten gesamt
- 25,25 €
- Gewinn pro Stück (33,61 € minus 25,25 €)
- 8,36 €
- Gewinnmarge (8,36 € geteilt durch 33,61 €)
- 24,9 %
- Aufschlag auf die Kosten (8,36 € geteilt durch 25,25 €)
- 33 %
- Break-even-Preis netto
- 23,86 €
- Nettopreis für 30 % Marge (brutto 43,67 €)
- 36,70 €
Von 40 € bleiben 8,36 € Gewinn, dieselbe Zahl wie in der Tabelle des Artikels. Die Handelsspanne wäre 55 %, die Gewinnmarge ist 24,9 %, und der Unterschied sind Versand und Gebühren. Für 30 % Marge müsste der Hoodie netto 36,70 € kosten, brutto 43,67 €; gibt der Markt den Preis nicht her, bleibt nur die Kostenseite, also ein günstigerer Einkauf oder ein leichteres Paket. Wofür Hoodies auf eBay.de tatsächlich verkauft werden, zeigt die eBay-Produktrecherche; von diesem Preis aus rechnest du rückwärts.
Was der Rechner nicht leistet: Der Rechner rechnet nur mit den Zahlen, die du einträgst. Er kennt die Provision deines Marktplatzes, deine Einkaufspreise und dein Porto nicht und druckt keinen Gebührensatz; die 12 % im Beispiel sind die Beispielzahl des Artikels, nicht der Satz eines Marktplatzes. Den Regelsteuersatz von 19 Prozent nennt § 12 UStG (gelesen am 7. Oktober 2026); ob für dich der ermäßigte Satz oder die Kleinunternehmerregelung gilt, klärst du mit deinem Steuerberater. Einkommensteuer und Gewerbesteuer sind nicht enthalten.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Marge?
Verkaufspreis minus Kosten ergibt die Marge in Euro; Marge geteilt durch Verkaufspreis mal 100 ergibt die Marge in Prozent. Ziehst du nur den Einkaufspreis ab, bekommst du die Handelsspanne; ziehst du Einkauf, Versand, Verpackung, Gebühren und Werbung ab, bekommst du die Gewinnmarge, und nur die sagt dir, ob ein Produkt sich lohnt. Beim Hoodie im Beispiel ist die Handelsspanne 55 % und die Gewinnmarge 24,9 %. Die Formel mit allen Zwischenschritten steht im Artikel zur Gewinnmarge.
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?
Beide beschreiben dieselbe Differenz zwischen Preis und Kosten, aber mit verschiedenen Nennern. Die Marge teilt durch den Verkaufspreis, der Aufschlag durch die Kosten. Ein Produkt für 10 € eingekauft und für 20 € verkauft hat einen Aufschlag von 100 % und eine Marge von 50 %. Eine Marge von 100 % gibt es nicht, solange die Ware etwas kostet. Wer 30 % Marge will und 30 % auf den Einkauf aufschlägt, landet bei 23 % Marge; den passenden Aufschlag bekommst du mit Marge geteilt durch (1 minus Marge), aus 30 % Marge also 43 % Aufschlag.
Welchen Prozentsatz trage ich bei der Provision ein?
Alles, was dein Marktplatz oder Zahlungsanbieter prozentual von einem Verkauf behält, nach deiner Abrechnung und nicht nach einer Faustregel. Der Rechner druckt keinen Satz, weil er je Kategorie verschieden ist und sich ändert; für eBay.de stehen die aktuellen Tabellen für private und gewerbliche Verkäufer im Guide zu den eBay-Gebühren, für einen eigenen Shop die Kartengebühren im Guide zu den Shopify-Kosten. Da der Rechner netto rechnet, der Marktplatz die Provision aber meist auf den Bruttobetrag berechnet, nimmst du den Satz mal 1,19. Die feste Gebühr pro Bestellung gehört in die weiteren Kosten pro Stück.
Wie berechne ich den Break-even?
Pro Stück zeigt der Rechner den Break-even-Preis: alle Kosten geteilt durch den Anteil, der dir nach der Provision bleibt. Für den ganzen Shop rechnest du mit dem Deckungsbeitrag, den der Rechner als maximales Werbebudget pro Verkauf ausgibt: Fixkosten im Monat, etwa Software, Shop-Gebühren und Lager, geteilt durch den Deckungsbeitrag pro Stück ergibt die Zahl der Verkäufe, ab der der Monat sich trägt. Bei 8,36 € Deckungsbeitrag und 500 € Fixkosten sind das 60 Verkäufe.
Warum rechnet der Rechner netto?
Weil die Umsatzsteuer im Verkaufspreis nicht dir gehört, sondern ans Finanzamt geht. Nach § 12 UStG beträgt sie 19 Prozent der Bemessungsgrundlage, für bestimmte Umsätze sieben Prozent. Wer brutto rechnet, überschätzt die Marge um genau diesen Anteil: Ein 40-€-Produkt ist für die Marge ein 33,61-€-Produkt. Die Ausnahme ist die Kleinunternehmerregelung, bei der du keine Umsatzsteuer ausweist und deshalb mit den Preisen rechnest, wie sie auf der Rechnung stehen; was die Regelung bedeutet, steht im Guide zur Gewerbeanmeldung.
Was ist eine gute Gewinnmarge im Onlinehandel?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil die Kostenseite je Kategorie und Kanal anders ist: Ein Hoodie im Paket und eine Sammelkarte im Brief haben auf demselben Marktplatz völlig verschiedene Margen. Zwei Prüfungen helfen mehr als eine Prozentzahl: Schau auf die Marge nach der Werbung, nicht davor, und schau auf den Euro-Betrag, nicht nur auf den Prozentsatz. 25 % auf ein 10-€-Produkt sind 2,50 € pro Stück, und das deckt keine einzige Rücksendung.
Gilt der Rechner auch für Shopify und Dropshipping?
Ja, weil er keinen Marktplatz voraussetzt. In einem eigenen Shop trägst du bei der Provision den Satz deines Zahlungsanbieters ein und verteilst die Monatsgebühr des Shops auf die verkauften Stücke in den weiteren Kosten. Beim Dropshipping ist der Einkaufspreis das, was der Lieferant pro Bestellung berechnet, inklusive seines Versands; kommt die Ware von außerhalb der EU, rechnest du die Abgaben an der Grenze mit dem Zollrechner durch, bevor du den Einkaufspreis einträgst. Die Reihenfolge vom Gewerbe bis zum ersten Angebot steht im Guide zum Dropshipping starten.