Rechner

ROAS-Rechner: ab welchem ROAS deine Anzeigen Gewinn bringen

ROAS berechnen ist eine Division: Umsatz aus der Werbung geteilt durch die Werbekosten. Ein ROAS von 3 heißt, dass jeder Euro Werbung drei Euro Umsatz gebracht hat, nicht drei Euro Gewinn. Ob eine Kampagne sich lohnt, entscheidet deshalb eine andere Zahl: der Break-even-ROAS, ab dem ein Verkauf nach Einkauf, Versand und Gebühren nicht mehr draufzahlt. Er hängt an deinem Produkt, nicht an Meta oder Google. Dieser Rechner bestimmt ihn aus deinen eigenen Zahlen und sagt dir dazu, wie viel ein Verkauf an Werbung höchstens kosten darf. Gerechnet wird netto, wie beim Berechnen der Gewinnmarge; den Prozentsatz deines Marktplatzes oder Zahlungsanbieters trägst du selbst ein, für eBay.de steht er im Guide zu den eBay-Gebühren.

Das Ergebnis

Break-even-ROAS
1,92×

Wie viel Euro Nettoumsatz jeder Euro Werbung zurückbringen muss, damit ein Verkauf nichts verliert. Darunter kostet dich jeder Verkauf, den die Kampagne bringt, Geld.

Maximale Werbekosten pro Verkauf
15,60 €

Was du höchstens für einen Käufer ausgeben darfst, bevor der Verkauf sich nicht mehr lohnt. Dieselbe Information wie der Break-even-ROAS, nur in Euro.

Gewinn pro Verkauf
7,60 €

Was nach Einkauf, Versand, weiteren Kosten, Gebühr und den eingetragenen Werbekosten übrig bleibt. Ist die Zahl negativ, ist die Werbung für dieses Produkt zu teuer.

Gewinnmarge
25,3 %

Gewinn geteilt durch den Nettopreis. Schau auch auf den Euro-Betrag: 20 % auf ein 10-€-Produkt sind 2 €, und das deckt keine Rücksendung.

Was Marktplatz oder Zahlungsanbieter behalten
0,90 €

Die Gebühr in Euro nach dem Satz, den du eingetragen hast. Dieser Teil geht vom Verkauf ab, bevor du einen Cent Werbung bezahlt hast.

So rechnet der Rechner

  1. ROAS ist der Umsatz, der aus der Werbung kam, geteilt durch die Werbekosten. Ein ROAS von 3 bedeutet drei Euro Umsatz je Euro Werbung. Das ist der Unterschied zum ROI: Der ROAS misst gegen den Umsatz, der ROI gegen den Gewinn. Ein hoher ROAS kann Verlust sein, wenn die Marge dünn ist.

  2. Der Rechner rechnet netto. Nach § 12 UStG beträgt die Umsatzsteuer für jeden steuerpflichtigen Umsatz 19 Prozent der Bemessungsgrundlage, für die dort aufgezählten Umsätze sieben Prozent; sie steckt im Preis, den der Käufer zahlt, und geht ans Finanzamt. Beim Regelsatz ist der Nettopreis der Bruttopreis geteilt durch 1,19. Kleinunternehmer tragen den Preis ein, den der Käufer zahlt. Was Werbung bei Meta dich je nach deinem Umsatzsteuer-Status wirklich kostet, steht im Guide zu den Meta Ads Kosten.

  3. Zuerst rechnet der Rechner, was von einem Verkauf vor der Werbung übrig bleibt: Nettopreis minus die Gebühr von Marktplatz oder Zahlungsanbieter, minus Einkauf, Versand und weitere Kosten. Dieser Deckungsbeitrag ist das Maximum, das ein Käufer dich an Werbung kosten darf.

  4. Der Break-even-ROAS ist der Nettopreis geteilt durch diesen Deckungsbeitrag. Je dünner die Marge, desto kleiner der Betrag und desto höher der ROAS, den die Kampagne liefern muss.

  5. Prüfe, welchen Wert dein Conversion-Tracking als Umsatz an die Werbeplattform meldet. Meldet es den Bruttobestellwert, vergleichst du den dort angezeigten ROAS mit dem Break-even-ROAS mal 1,19, sonst arbeitet die Kampagne gegen eine Schwelle, die um die Umsatzsteuer zu niedrig ist. Zahlt der Käufer Versandkosten, die mitgemeldet werden, gehört auch dieser Betrag in den Vergleich.

  6. Der Gewinn pro Verkauf ist der Deckungsbeitrag minus die Werbekosten, die du eingetragen hast; die Gewinnmarge ist dieser Gewinn geteilt durch den Nettopreis. Was die Zahl pro Stück bedeutet und wie du von ihr auf den Preis zurückrechnest, zeigt der Margenrechner.

  7. Wo die Zahlen keine Antwort zulassen, sagt der Rechner das, statt eine Zahl zu zeigen. Ein Produkt, das schon vor der Werbung Verlust macht, bekommt keinen unendlichen ROAS, sondern keinen; eine Gebühr von 100 % lässt keinen Verkauf übrig.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Du verkaufst in deinem Shopify-Shop ein Produkt für 35,70 € brutto, netto 30,00 €. Der Einkauf kostet 9 €, der Versand 3,90 €, Verpackung und die feste Gebühr je Zahlung zusammen 0,60 €. Dein Zahlungsanbieter behält 3 % (eine Beispielzahl; deinen Satz nennt deine Abrechnung oder der Guide zu den Shopify-Kosten), und im Moment kostet dich jeder Verkauf 8 € Werbung bei Meta.

Verkaufspreis netto (35,70 € geteilt durch 1,19)
30,00 €
Einkauf, Versand und weitere Kosten
13,50 €
Gebühr des Zahlungsanbieters (3 %)
0,90 €
Deckungsbeitrag vor Werbung
15,60 €
Break-even-ROAS (30,00 € geteilt durch 15,60 €)
1,92×
Maximale Werbekosten pro Verkauf
15,60 €
Werbekosten heute pro Verkauf
8,00 €
ROAS heute (30,00 € geteilt durch 8,00 €)
3,75×
Gewinn pro Verkauf
7,60 €
Break-even-ROAS auf den Bruttoumsatz (35,70 € geteilt durch 15,60 €)
2,29×

Die Kampagne verdient Geld, aber nicht, weil 3,75 gut klingt, sondern weil die Schwelle dieses Produkts bei 1,92 liegt und dazwischen 7,60 € pro Verkauf bleiben. Steigen die Werbekosten auf 15,60 €, liegt der ROAS genau auf 1,92 und der Gewinn bei null. Wer im Werbeanzeigenmanager einen ROAS von 4,46 sieht, weil dort der Bruttoumsatz von 35,70 € je Verkauf steht, vergleicht ihn mit 2,29 und nicht mit 1,92. Welche Anzeigen Wettbewerber dauerhaft laufen lassen und was dort nie steht, zeigt der Guide zur Meta Werbebibliothek; die Reihenfolge von der Marge bis zum ersten Angebot der Guide zum Dropshipping starten.

Was der Rechner nicht leistet: Der Rechner liefert eine wirtschaftliche Schwelle für einen einzelnen Verkauf aus den Zahlen, die du einträgst. Er kennt weder die Gebühren deines Marktplatzes oder Zahlungsanbieters (die 3 % im Beispiel sind eine Beispielzahl, nicht der Satz eines Anbieters) noch die Zuordnungsregeln deiner Werbeplattform: Welche Verkäufe sie einer Anzeige zuschreibt und welchen Umsatzwert sie meldet, bestimmt die Plattform selbst. Den Regelsteuersatz von 19 Prozent nennt § 12 UStG (gelesen am 7. Oktober 2026); Einkommensteuer ist nicht enthalten. Vergleiche den gemeldeten ROAS immer auch mit dem Umsatz, der tatsächlich auf deinem Konto ankommt.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den ROAS?

Umsatz aus der Werbung geteilt durch die Werbekosten. Hast du 1.000 € ausgegeben und 3.000 € Umsatz bekommen, ist der ROAS 3. Das ist die leichte Rechnung. Die Rechnung, die zählt, ist der Break-even-ROAS, und der kommt nicht aus der Kampagne, sondern aus dem Produkt: Nimm, was von einem Verkauf nach Gebühr und allen Kosten übrig bleibt, und teile den Nettopreis durch diesen Betrag.

Was ist ein guter ROAS?

Es gibt keine allgemeine Zahl, und wer dir eine nennt, kennt deine Marge nicht. Bei einem Produkt mit breiter Marge kann ein ROAS von 2 ausgezeichnet sein, bei einem mit dünner Marge macht auch ein ROAS von 4 Verlust. Die einzige Zahl, die zählt, ist der Break-even-ROAS deines Produkts; alles darüber ist Gewinn, alles darunter Verlust.

Was ist der Unterschied zwischen ROAS und ROI?

Der ROAS misst Umsatz gegen Werbekosten, der ROI misst Gewinn gegen Einsatz. Ein ROAS von 3 bei einem Produkt mit 20 % Marge ist ein Verlust: Von den drei Euro, die zurückkommen, sind nur 60 Cent Marge, gegen einen Euro Werbung. Deshalb reicht der ROAS allein nie, um zu entscheiden, ob eine Kampagne funktioniert.

Rechne ich den ROAS brutto oder netto?

Für die Frage, ob ein Verkauf sich lohnt, netto: Die Umsatzsteuer von 19 Prozent nach § 12 UStG gehört nicht dir. Die Werbeplattform kennt diese Unterscheidung nicht und zeigt den ROAS auf Basis des Umsatzwerts, den dein Tracking meldet. Meldet es Bruttobestellwerte, multipliziere deinen Break-even-ROAS mit 1,19, bevor du ihn mit der Zahl im Werbeanzeigenmanager vergleichst. Im Beispiel wird aus 1,92 so 2,29.

Trage ich die Werbekosten netto oder brutto ein?

Wenn du regelbesteuert bist, netto: Die Umsatzsteuer auf eingekaufte Werbung ziehst du als Vorsteuer wieder ab, sie kostet dich nichts. Als Kleinunternehmer darfst du sie nicht abziehen, und dann kostet dieselbe Kampagne dich 19 % mehr, als im Werbeanzeigenmanager steht; trag in dem Fall das Budget plus 19 % ein. Die Paragrafen dahinter und ein Rechenbeispiel stehen im Guide zu den Meta Ads Kosten.

Welchen Prozentsatz trage ich bei der Gebühr ein?

Das, was Marktplatz oder Zahlungsanbieter prozentual von einem Verkauf behalten, nach deiner Abrechnung. Für eBay.de stehen die Sätze je Kategorie im Guide zu den eBay-Gebühren, für einen Shopify-Shop die Kartengebühren im Guide zu den Shopify-Kosten. Wird die Gebühr auf den Bruttobetrag berechnet, nimm den Satz mal 1,19, weil der Rechner netto rechnet. Die feste Gebühr je Bestellung oder Zahlung gehört in die weiteren Kosten pro Verkauf.

Mein Break-even-ROAS ist sehr hoch, was kann ich tun?

Ein hoher Break-even-ROAS ist ein Zeichen für eine dünne Marge, nicht für eine schlechte Kampagne. Drei Hebel verändern ihn: einen günstigeren Einkauf oder Versand, einen höheren Preis, wenn der Markt ihn hergibt, oder ein anderes Produkt. Die Kampagne allein zu optimieren bewegt eine Zahl nicht, die in der Produktkalkulation festgelegt ist. Welche Preise eine Kategorie tatsächlich erzielt, liest du vor dem Einkauf in der eBay-Produktrecherche.

Warum zeigt der Rechner keinen ROAS an?

Weil der Verkauf mit den eingetragenen Zahlen schon vor der Werbung Verlust macht. Dann gibt es keinen ROAS, der ihn rettet, und der Rechner sagt das lieber, als eine riesige Zahl anzuzeigen, die wie ein Ziel aussieht. Prüfe Einkaufspreis, Versand und den Prozentsatz der Gebühr: Einer der drei ist für diesen Verkaufspreis zu hoch.