Ratgeber

Online-Business starten: vier Wege und was jeder davon kostet

Wer ein Online-Business starten will und damit Handel meint, hat in Deutschland vier Wege, und nur vier: auf einem Marktplatz wie eBay.de verkaufen, einen eigenen Onlineshop betreiben, Dropshipping oder Reselling. Alles andere, von Kursen bis Coaching, ist ein anderes Geschäft mit anderen Regeln. Die vier Wege unterscheiden sich in drei Fragen: Wem gehört die Ware, bevor sie verkauft ist? Wer lagert und versendet sie? Und wer bringt den Käufer, du oder die Plattform?

Die Antwort darauf bestimmt, was der Start kostet, und diese Zahlen stehen fest: Private Verkäufe innerhalb Deutschlands sind auf eBay.de kostenlos, ein Shopify-Shop beginnt bei 27 € im Monat, und Ware aus einem Drittland zahlt seit dem 1. Juli 2026 an der Grenze pauschal 3 € je Warenkategorie. Was du damit verdienst, steht auf dieser Seite nicht, weil diese Zahl für kein Online-Business allgemein existiert; sie entsteht aus deinem Produkt, deinem Einkaufspreis und deinen Gebühren.

Diese Seite ist die Landkarte. Für jeden Weg gibt es hier den eigenen Leitfaden mit Schritten, Gebühren und den deutschen Pflichten; hier geht es darum, den richtigen Weg zu wählen, bevor du einen davon gehst.

Welches Online-Business läuft am besten?

Das, dessen Nachfrage du vorher gemessen hast. Die Frage klingt nach einer Rangliste von Geschäftsmodellen, aber in der Praxis entscheidet nicht das Modell, sondern das Produkt: Ein Artikel, der auf eBay.de in den letzten 30 Tagen hundertmal verkauft wurde, trägt jeden der vier Wege. Ein Artikel, den niemand kauft, scheitert auf allen vieren, auch im schönsten Shop.

Deshalb beginnt jedes Online-Business im Handel mit derselben Prüfung: Wird das, was ich verkaufen will, heute schon gekauft, wie oft, zu welchem Preis, und wie viele Anbieter stehen daneben? Für eBay.de ist diese Prüfung ohne eigenes Konto möglich, weil verkaufte Artikel samt Preis öffentlich einsehbar sind. Wer das für mehr als ein paar Artikel in der Woche macht, nimmt ein Werkzeug: Das eBay Product Research Tool von ZIK Analytics zeigt zu einem Suchbegriff die verkauften Artikel, die Zahl der Angebote, die Sell-Through-Rate und den Umsatz der letzten 7 bis 30 Tage, mit eBay Deutschland in den Quick Settings in Euro.

Erst wenn du weißt, dass ein Produkt gekauft wird, lohnt die Frage, über welchen Weg du es anbietest.

Weg 1: Auf einem Marktplatz verkaufen

Der Marktplatz bringt mit, was alle anderen Wege erst aufbauen müssen: Käufer, Zahlungsabwicklung, Vertrauen. Du stellst ein Angebot ein, eBay.de zeigt es Menschen, die genau danach suchen, und zahlt dir den Erlös aus. Das ist der Grund, warum dieser Weg für den Start der günstigste ist, und zwar messbar.

Für private Verkäufer ist der Verkauf innerhalb Deutschlands auf eBay.de kostenlos; bis zu 320 Angebote im Monat lassen sich ohne Angebotsgebühr erstellen, jedes weitere kostet 0,50 €. Geht das Paket ins Ausland, berechnet eBay eine internationale Gebühr von 5 % auf den Gesamtbetrag. Gewerbliche Verkäufer zahlen ohne Shop-Abonnement 0,35 € je Festpreisangebot und 0,50 € je Auktion, dazu eine Verkaufsprovision aus einem Prozentsatz des Gesamtbetrags und 0,35 € pro Bestellung, 0,45 € bei Bestellungen über 10 €.

Die Grenze zwischen privat und gewerblich ist dabei keine Stilfrage: Wer den eigenen Keller ausräumt, verkauft privat; wer einkauft, um weiterzuverkaufen, handelt gewerblich, und zwar vom ersten Artikel an. Die Schritte vom Konto bis zum ersten Verkauf, inklusive Verifizierung und Auszahlung, stehen im Leitfaden bei eBay verkaufen.

Was der Marktplatz nicht bietet: deine Marke, deine Kundendaten und die Freiheit, Preise und Regeln selbst zu setzen. Wer das braucht, landet bei Weg 2, aber meist erst, nachdem Weg 1 bewiesen hat, dass die Ware läuft.

Weg 2: Der eigene Onlineshop

Ein eigener Shop kostet, bevor jemand kauft, und das ist seine wichtigste Eigenschaft. Shopify, in Deutschland der verbreitetste Baukasten, nennt auf der deutschen Preisseite drei Pläne: Basic für 27 € im Monat, bei Jahreszahlung 19 €; Grow für 74 €, bei Jahreszahlung 56 €; Advanced für 384 €, bei Jahreszahlung 289 €. Davor stehen 3 Tage Testzeit und danach 1 € im Monat für die ersten drei Monate. Auf jede Kartenzahlung kommen im Basic-Plan 1,8 % plus 0,30 €; wer einen externen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt dort zusätzlich 2 %.

Was auf der Preisseite nicht steht, ist der eigentliche Posten: Niemand findet deinen Shop, wenn du ihn nicht bekannt machst. Der Marktplatz liefert Käufer, der Shop liefert eine leere Adresse, und jeder Besucher kostet Werbung, Reichweite oder Zeit. Deshalb ist der eigene Shop selten der erste Schritt und oft der dritte: nach dem Beweis auf dem Marktplatz, dass sich ein Produkt verkauft, und nach dem Beweis, dass du Käufer auch selbst holen kannst.

Was ein Shop im Monat insgesamt kostet, mit Theme, Apps und Zahlungsgebühren durchgerechnet, steht in der Übersicht zu den Shopify-Kosten.

Weg 3: Dropshipping

Beim Dropshipping gehört dir die Ware nie: Du verkaufst, der Lieferant lagert und versendet an deinen Kunden, und du zahlst den Einkauf erst, wenn die Bestellung da ist. Das spart das Lager und das gebundene Kapital. Was es nicht spart, ist die Verantwortung: Gegenüber dem Käufer bist du der Verkäufer, mit allem, was in Deutschland daran hängt.

Zwei deutsche Regeln, die der Weg seit 2026 mitbringt: Seit dem 1. Juli 2026 ist die Zollfreigrenze von 150 € weggefallen, und jede Sendung aus einem Drittland zahlt pauschal 3 € je Warenkategorie, Einfuhrumsatzsteuer kommt dazu. Der Zoll rechnet selbst vor: zehn Paar Socken, zwei Kabelbinder und vier Hosen in einer Sendung sind drei Warenkategorien, also neun Euro. Und auf eBay.de gilt der Grundsatz zum Direktversand: Bestellungen darf ein Großhändler direkt abwickeln; nicht erlaubt ist, einen Artikel bei eBay einzustellen und ihn dann bei einem anderen Einzelhändler oder Marktplatz zu kaufen, der ihn an deinen Kunden schickt.

Dropshipping ist also kein Weg um die Arbeit herum, sondern ein Weg um das Lager herum. Die acht Schritte von Deutschland aus, von der Wahl des Kanals über den Lieferanten bis zur ersten Bestellung, stehen im Leitfaden Dropshipping starten.

Weg 4: Reselling

Reselling ist Handel in seiner einfachsten Form: einkaufen, wo es günstig ist, verkaufen, wo es gefragt ist. Die Ware gehört dir, du lagerst sie, du trägst das Risiko, dass sie liegen bleibt. Dafür kontrollierst du Qualität, Versand und Zustand selbst, und die Marge entsteht dort, wo sie bei allen vier Wegen entsteht: beim Einkauf.

Der Unterschied zu Dropshipping ist das gebundene Geld. Wer zehn Paar Sneaker kauft, hat sie bezahlt, bevor einer verkauft ist. Der Unterschied zum Marktplatzverkauf von Privatsachen ist die Absicht: Wer kauft, um weiterzuverkaufen, ist gewerblich, auch bei kleinen Mengen. Welche Kategorien auf eBay.de Umschlag haben, woran du beim Einkauf sparst und wo die Rechtsfrage beginnt, steht im Reselling-Guide.

Die vier Wege nebeneinander

Marktplatz (eBay.de)Eigener Shop (Shopify)DropshippingReselling
Wem gehört die Ware vor dem Verkauf?dirdirdem Lieferantendir
Wer lagert und versendet?dududer Lieferantdu
Wer bringt den Käufer?der Marktplatzdudu oder der Marktplatzder Marktplatz oder du
Fixkosten vor dem ersten Verkauf (Quelle: Plattform, 06.10.2026)privat 0 €; gewerblich 0,35 € je Festpreisangebotab 27 € im Monat, 19 € bei Jahreszahlungje nach Kanal wie links, dazu Tool-Aboswie Marktplatz, dazu der Wareneinkauf
Was den Weg in Deutschland bremstdas Verkaufslimit und die Gebühren beim WachsenBesucher kosten Werbung3 € Zoll je Warenkategorie, eBay-Direktversandregelgebundenes Kapital, Lagerplatz

Die Tabelle sagt auch, was die meisten Einsteiger falsch kombinieren: Der eigene Shop plus Dropshipping ist der Weg mit den höchsten Fixkosten und ohne Käufer, also der schwerste, nicht der leichteste. Marktplatz plus eigene Ware ist der leichteste, und genau deshalb der, mit dem die meisten dauerhaften Händler angefangen haben.

Was alle vier Wege gemeinsam haben

Drei Dinge gelten unabhängig vom Weg, und wer sie überspringt, zahlt sie später.

Die Nachfrage kommt vor der Ware. Kein Einkauf, kein Shop, kein Lieferantenvertrag, bevor die Verkaufszahlen des Artikels geprüft sind. Ein Produkt mit belegten Verkäufen und wenig Angeboten daneben ist der Anfang jedes der vier Wege.

Die Marge wird vor dem Einstellen gerechnet. Einkauf, Versand, Verpackung, Gebühren des Kanals, Umsatzsteuer, beim Import die Zollpauschale: Was danach übrig bleibt, ist dein Gewinn, und er ist bei den meisten Artikeln kleiner, als der Verkaufspreis vermuten lässt.

Der Status wird vor dem ersten gewerblichen Verkauf geklärt. Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung, Kleinunternehmerregelung, Verkaufsmeldungen der Plattformen an die Finanzverwaltung: Das sind keine Fragen für später, sondern die Bedingungen, unter denen du überhaupt verkaufen darfst. Was wann fällig wird, welche Fristen laufen und was die Anmeldung in Berlin, Köln oder München kostet, steht im Leitfaden zur Gewerbeanmeldung; diese Seite wiederholt davon bewusst nichts.

Womit du diese Woche anfängst

Nicht mit einem Logo und nicht mit einem Shop. Mit einer Liste von zehn Artikeln, die du beschaffen könntest, und mit der Prüfung, welche davon auf eBay.de in den letzten 30 Tagen verkauft wurden, wie oft und zu welchem Preis. Danach hast du drei Listen: Artikel mit Nachfrage und wenig Wettbewerb, Artikel mit Nachfrage und viel Wettbewerb, Artikel ohne Nachfrage. Nur die erste Liste ist ein Geschäft.

Mit dieser Liste wählst du den Weg: eigene Ware auf den Marktplatz, wenn du sie günstig bekommst; Dropshipping, wenn der Lieferant stimmt und die Zollrechnung aufgeht; der eigene Shop, sobald du weißt, dass die Ware läuft und du Käufer selbst holen kannst. Für die Prüfung vorweg zeigt dir ZIK Analytics in der 1$ Testphase die Verkaufszahlen von eBay.de zu jedem Suchbegriff, bevor du den ersten Euro in Ware steckst.

Häufige Fragen

Welches Online-Business läuft am besten?

Das mit der Nachfrage, die du vorher messen kannst. Ein Online-Business im Handel läuft nicht, weil die Idee gut klingt, sondern weil Leute den Artikel heute schon kaufen. Auf eBay.de lässt sich das prüfen: verkaufte Artikel der letzten 30 Tage, der erzielte Preis, die Zahl der Angebote daneben. Wer so prüft, startet mit einem Produkt, das sich belegt verkauft, statt mit einem, das sich verkaufen sollte. Welche Rechtsform, welcher Kanal und welches Modell dazu passen, kommt danach.

Was ist das einfachste Online-Business?

Verkaufen auf einem Marktplatz, der die Käufer schon hat. Auf eBay.de brauchst du weder Shop noch Werbung: Konto anlegen, Angebot einstellen, versenden. Für Privatpersonen ist der Verkauf innerhalb Deutschlands kostenlos, 320 Angebote im Monat sind ohne Angebotsgebühr. Einfach heißt nicht klein: Wer regelmäßig einkauft, um weiterzuverkaufen, ist gewerblich, und dann gelten die gewerblichen Gebühren und die Gewerbeanmeldung. Die Reihenfolge bleibt dieselbe, nur die Pflichten kommen dazu.

Welche Business-Ideen gibt es für Anfänger?

Im Handel vier, und die Reihenfolge ist kein Zufall: Erstens eigene oder gebraucht gekaufte Ware auf eBay.de verkaufen, weil der Marktplatz Käufer und Zahlungsabwicklung mitbringt. Zweitens Reselling, also gezielt einkaufen, um mit Aufschlag weiterzuverkaufen. Drittens Dropshipping, bei dem der Lieferant lagert und versendet. Viertens ein eigener Onlineshop, der sich erst lohnt, wenn du weißt, was sich verkauft, und selbst Käufer bringen kannst. Anfängerfreundlich ist, was wenig Kapital bindet und schnell eine Rückmeldung vom Markt liefert, also Weg eins und zwei.

Welche Geschäftsidee hat Zukunft?

Die, die auch ohne Trend funktioniert. Alle vier Wege auf dieser Seite gibt es seit Jahren, und sie überleben jeden Hype, weil sie auf derselben Grundlage stehen: ein Artikel, den Leute kaufen, zu einem Preis, der nach Gebühren, Versand und Steuern eine Marge lässt. Was sich in deinem Markt gerade verkauft, verändert sich; die Methode, es zu prüfen, nicht. Wer die Prüfung beherrscht, findet in jedem Jahr ein Produkt. Wer nur dem Trend folgt, ist beim nächsten wieder am Anfang.

Wie viel Geld brauche ich, um ein Online-Business zu starten?

Das hängt vom Weg ab, und die Zahlen, die feststehen, kommen von den Plattformen selbst. Auf eBay.de kostet privates Verkaufen innerhalb Deutschlands nichts, gewerblich 0,35 € je Festpreisangebot plus Provision. Shopify nennt für den Basic-Plan 27 € im Monat, 19 € bei Jahreszahlung. Dazu kommt bei Reselling der Wareneinkauf, bei Dropshipping der Einkauf pro Bestellung plus seit Juli 2026 die Zollpauschale von 3 € je Warenkategorie für Ware aus Drittländern. Was du verdienen kannst, steht hier bewusst nicht: Diese Zahl gibt es nur für dein Produkt und deinen Einkaufspreis.