Lagerumschlag berechnen: Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer
Die Umschlagshäufigkeit sagt, wie oft dein Lager in einer Periode gefüllt und wieder geleert wurde: Wareneinsatz geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand. Daraus folgt die Lagerdauer, also wie viele Tage dein Geld im Regal liegt, bevor es als Umsatz zurückkommt. Dieser Rechner nimmt drei Zahlen aus deiner Buchhaltung, Wareneinsatz, Anfangsbestand und Endbestand, und zeigt Umschlagshäufigkeit, Lagerdauer und den Anteil der Ware, der in der Periode tatsächlich verkauft wurde. Was die Kennzahl für die Marge bedeutet, erklärt unser Leitfaden zur Gewinnmarge.
Das Ergebnis
- Umschlagshäufigkeit
- 6
- Lagerdauer in Tagen
- 60,83
- Durchschnittlicher Lagerbestand
- 10.000,00 €
- Anteil der verfügbaren Ware, der verkauft wurde
- 83,3 %
Wie oft der durchschnittliche Lagerbestand in der Periode verkauft wurde. Höher heißt: weniger gebundenes Kapital je Euro Umsatz.
Tage der Periode geteilt durch die Umschlagshäufigkeit: so lange liegt ein Euro Ware im Schnitt, bevor er verkauft ist.
Anfangsbestand plus Endbestand, geteilt durch zwei. Die vereinfachte Formel; mit Monatsbeständen wird sie genauer.
Wareneinsatz geteilt durch Anfangsbestand plus Wareneinsatz. Die Abverkaufsquote, auf Einkaufswerte übertragen.
So rechnet der Rechner
Der durchschnittliche Lagerbestand ist Anfangsbestand plus Endbestand, geteilt durch zwei. Das ist die vereinfachte Rechnung; wer zwölf Monatsbestände hat, addiert sie zum Anfangsbestand und teilt durch 13.
Die Umschlagshäufigkeit ist der Wareneinsatz der Periode geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand. Beide Werte müssen zu Einstandspreisen gerechnet sein; wer den Umsatz zu Verkaufspreisen durch den Bestand zu Einkaufspreisen teilt, überschätzt den Umschlag um die Marge.
Die Lagerdauer sind die Tage der Periode geteilt durch die Umschlagshäufigkeit. Bei sechs Umschlägen im Jahr liegt ein Euro Ware im Schnitt rund 61 Tage, bei 360 Tagen Rechenjahr genau 60.
Der Anteil der verkauften Ware ist der Wareneinsatz geteilt durch das, was in der Periode zum Verkauf stand: Anfangsbestand plus Wareneinsatz. Das ist die Abverkaufsquote auf Einkaufswerten; eine echte Stückquote bräuchte die eingekauften Stückzahlen, die der Rechner nicht abfragt.
Ohne Lagerbestand gibt es keinen Umschlag, ohne Verkäufe keine Lagerdauer. In beiden Fällen sagt der Rechner das, statt eine unendliche Zahl zu zeigen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Dein Wareneinsatz im Kalenderjahr war 60.000 Euro. Am 1. Januar lag Ware für 12.000 Euro im Lager, am 31. Dezember für 8.000 Euro, jeweils zu Einstandspreisen.
- Durchschnittlicher Lagerbestand ((12.000 + 8.000) / 2)
- 10.000,00 €
- Umschlagshäufigkeit (60.000 / 10.000)
- 6
- Lagerdauer (365 / 6)
- 60,8 Tage
- Zum Verkauf verfügbar (12.000 + 60.000)
- 72.000,00 €
- Anteil verkauft (60.000 / 72.000)
- 83,3 %
Das Lager dreht sich sechsmal im Jahr, jeder Euro Ware liegt rund 61 Tage. Wer die Lagerdauer auf 45 Tage drückt, braucht für denselben Wareneinsatz nur noch gut 7.400 Euro durchschnittlichen Bestand statt 10.000 und hat 2.600 Euro frei, ohne einen Artikel mehr zu verkaufen. Beim Lagerumschlag ist das gebundene Kapital der Hebel, nicht der Umsatz.
Was der Rechner nicht leistet: Der Rechner verwendet die vereinfachte Lehrbuchformel mit zwei Stichtagsbeständen, wie controllingportal.de sie am 7. Oktober 2026 beschreibt, und rechnet mit der Periodenlänge, die du einträgst; die Quelle rechnet mit 360 Tagen. Er kennt weder Branchenvergleichswerte noch deine Bewertungsmethode und ersetzt keine Inventur. Der Anteil der verkauften Ware ist eine Quote auf Einkaufswerten, keine Stückzahl-Abverkaufsquote.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Lagerumschlagshäufigkeit?
Wareneinsatz der Periode geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand, beides zu Einstandspreisen. Der durchschnittliche Bestand ist vereinfacht Anfangsbestand plus Endbestand geteilt durch zwei. Ein Beispiel von controllingportal.de: 40.000 Stück Absatz geteilt durch 14.000 Stück durchschnittlichen Bestand ergibt eine Umschlagshäufigkeit von 2,86. Der Rechner rechnet dieselbe Formel mit Eurowerten.
Was ist eine gute Umschlagshäufigkeit?
Das hängt von der Ware ab, und ein Branchenwert, den der Rechner nicht belegen kann, steht hier nicht. Was immer gilt: Vergleiche die Kennzahl mit deinem eigenen Vorjahr und zwischen deinen Warengruppen. Eine Gruppe, die sich zweimal im Jahr dreht, während der Rest sechsmal dreht, bindet dreimal so lange Kapital je Euro Umsatz; dort liegt entweder zu viel Bestand oder das falsche Sortiment. Welche Nischen sich schnell drehen, zeigt unser Leitfaden zu Nischenprodukten.
Was ist der Unterschied zwischen Lagerumschlag und Abverkaufsquote?
Die Umschlagshäufigkeit bezieht den Verkauf auf den durchschnittlichen Bestand, die Abverkaufsquote auf das, was zum Verkauf stand. Der Rechner zeigt die Abverkaufsquote auf Einkaufswerten: Wareneinsatz geteilt durch Anfangsbestand plus Wareneinsatz. Im Marktplatzhandel gibt es eine verwandte Kennzahl je Angebot, die Verkäufe je aktivem Angebot; bei eBay zeigt sie das Product Research Tool von ZIK für eine Nische, bevor du einkaufst, während dieser Rechner dein eigenes Lager im Nachhinein bewertet.
Warum rechne ich mit dem Wareneinsatz und nicht mit dem Umsatz?
Weil der Lagerbestand zu Einkaufspreisen bewertet ist. Teilst du den Umsatz zu Verkaufspreisen durch einen Bestand zu Einkaufspreisen, steckt die Marge im Zähler, aber nicht im Nenner, und der Umschlag wird um genau diesen Aufschlag zu hoch. Bei 50 Prozent Aufschlag sieht ein Lager, das sich viermal dreht, aus, als drehte es sich sechsmal.
Was bringt eine kürzere Lagerdauer konkret?
Freies Kapital. Bei gleichem Wareneinsatz sinkt der nötige durchschnittliche Bestand im selben Verhältnis wie die Lagerdauer: von 61 auf 45 Tage spart im Beispiel rund 2.600 Euro Bestand. Das Geld kann in Ware fließen, die sich schneller dreht, oder in kleinere, häufigere Bestellungen beim Lieferanten; wie du Lieferanten findest, die kleine Mengen liefern, steht in unserem Leitfaden zu Großhändlern.
Reicht Anfangs- und Endbestand für den Durchschnitt?
Für eine erste Einschätzung ja, für ein Saisongeschäft nein. Wer vor Weihnachten das Lager füllt und am 31. Dezember fast leer ist, bekommt mit zwei Stichtagen einen zu niedrigen Durchschnitt und eine zu hohe Umschlagshäufigkeit. Dann nimm die zwölf Monatsendbestände plus den Anfangsbestand, teile durch 13, und trag diesen Wert als Anfangs- und Endbestand ein; der Rechner rechnet dann mit deinem genaueren Durchschnitt.