Spocket Erfahrungen: EU-Lieferanten aus deutscher Sicht
Spocket verkauft ein Versprechen, das für einen Verkäufer aus Deutschland besser klingt als für fast jeden anderen: Lieferanten aus den USA und der EU statt aus China, also kurze Wege und seit dem 1. Juli 2026 auch keine Zollpauschale an der Grenze. 1.900 Suchanfragen im Monat treffen auf eine Ergebnisseite, auf der Spocket selbst Platz 1 hält, ein Softwarekatalog, Trustpilot und der Shopify App Store folgen, und auf Platz 7 eine Seite steht, die Geldbörsen verkauft. Was auf keiner dieser Seiten steht: wie viel von den 80 % tatsächlich EU ist, was ein EU-Lieferant an deiner Umsatzsteuer ändert, und welcher Filter die Frage für dich beantwortet.
Wie bei jeder Bewertung auf dieser Seite gilt: Dieses Urteil schreibt ein Anbieter von Recherche-Werkzeugen. Spocket liefert Ware, wir liefern Verkaufszahlen, und das eine ersetzt das andere nicht. Alles über Spocket stammt von spocket.co, dem Hilfe-Center und der Shopify-App-Seite, gelesen am 06.10.2026.
Was Spocket ist, und was es nicht ist
Spocket beschreibt sich als automatisierte Dropshipping-Software, die den Shop vereinfacht und Trendprodukte findet. Der Kern ist ein Lieferantenmarktplatz: Du suchst im Katalog, importierst Produkte in deinen Shop, und bei einer Bestellung versendet der Lieferant direkt an deinen Kunden. Die Startseite nennt über 20 Mio. ausgewählte Produkte, einen Gesamtkatalog von über 100 Mio. Artikeln und über 500.000 Nutzer, dazu Markenrechnungen, keine Mindestmengen und Chat-Support rund um die Uhr. Angebunden sind Shopify, WooCommerce, Amazon, Squarespace, eBay, BigCommerce, Ecwid, Wix und Square; für Ware aus China sind AliExpress und Alibaba integriert.
Die Vorgaben für Lieferanten stehen im Hilfe-Center: Lieferanten müssen eigene Ware herstellen oder auf Lager halten, Lager von Dritten sind ausgeschlossen, die Preise müssen unter dem eigenen Endkundenpreis liegen, und die angegebenen Bearbeitungs- und Versandzeiten sind einzuhalten. Die meisten Produkte würden in Europa oder Nordamerika hergestellt und versendet.
Was Spocket nicht ist: eine Quelle für die Frage, ob sich ein Artikel in Deutschland verkauft. Trendprodukte im Katalog sind das, was Spocket-Händler importieren, nicht das, was deutsche Kunden kaufen. Wie du Lieferanten systematisch prüfst, bevor du dich festlegst, steht in unserem Leitfaden zu Dropshipping-Lieferanten; was das Modell überhaupt ist, in was Dropshipping ist.
Was Spocket kostet
Die Preisseite von spocket.co nennt am 06.10.2026 vier Pläne, alle in US-Dollar, mit einer Probephase von sieben Tagen.
| Plan | Monat | Bei Jahreszahlung, pro Monat | Produkte | Premium-Produkte |
|---|---|---|---|---|
| Starter | 39,99 $ | nicht genannt | 25 | 0 |
| Professional | 59,99 $ | 24 $ | 250 | 25 |
| Empire | 99,99 $ | 57 $ | 10.000 | 10.000 |
| Unicorn | 299,99 $ | 79 $ | 25.000 | 25.000 |
In allen Plänen enthalten sind laut Preisseite 0 % Transaktionsgebühr, mehrere Shops, Chat mit Lieferanten, Markenrechnungen, eBay- und Amazon-Dropshipping, Zugang zur Spocket Academy, unbegrenzte Bestellungen und Sammel-Checkout. Der Unterschied zwischen den Plänen ist also fast ausschließlich die Zahl der importierbaren Produkte.
Die Shopify-App-Seite erzählt die Preise etwas anders, und beide Fassungen sind am selben Tag gelesen: Dort steht ein Plan zu 0 $, darüber Starter 39,99 $, Pro 59,99 $ oder 288 $ im Jahr und Empire 99,99 $ oder 684 $ im Jahr, jeweils mit sieben Tagen Probephase. Der Plan heißt dort Pro statt Professional, und ein Unicorn-Plan fehlt. Welche Fassung gilt, siehst du beim Abschluss; was auffällt, ist der Abstand zwischen Monats- und Jahrespreis. Professional für 59,99 $ im Monat oder 24 $ bei Jahreszahlung ist derselbe Plan zu zweieinhalbfachem Preis.
Die Fixkosten vor dem ersten Verkauf liegen damit zwischen 288 $ im Jahr für 250 Produkte und 480 $ für 25 Produkte bei monatlicher Zahlung des Starter-Plans. Wie viel dein Shop selbst kostet, steht in der Übersicht zu den Shopify-Kosten, und was auf eBay dazukommt, in den eBay-Gebühren.
Die deutsche Frage: wie viel von den 80 % ist EU
Die Startseite wirbt mit 80 % Lieferanten aus den USA und der EU. Für einen amerikanischen Händler ist das die ganze Antwort. Für dich ist es die halbe, denn ein Lieferant in Texas liegt für einen Kunden in Köln in einem Drittland, mit allem, was seit dem 1. Juli 2026 daran hängt. Den EU-Anteil allein nennt keine der Seiten, die wir gelesen haben, und eine Zahl für Deutschland schon gar nicht.
Die Antwort findest du nur im Konto, und das Hilfe-Center sagt, wo. Der Filter Shipping lässt dich wählen, aus welchem Land die Produkte kommen und in welches Land sie geliefert werden können. Dazu zwei Einschränkungen aus demselben Hilfe-Center, die auf der Startseite fehlen: Viele Lieferanten versenden weltweit, aber die Einstellungen sind je Lieferant verschieden, und der Lieferzeit-Filter funktioniert nur für Sendungen in die USA. Für eine Lieferung nach Deutschland liest du die Lieferzeit also pro Produkt nach, nicht per Filter.
Praktisch heißt das: Stell den Herkunftsfilter auf Deutschland, dann auf die Nachbarländer, und zähle, was übrig bleibt. Diese Zahl ist dein Spocket, nicht die 80 % der Startseite.
Was ein EU-Lieferant an deiner Umsatzsteuer ändert
Hier liegt der Grund, warum die Herkunft nicht nur eine Frage der Lieferzeit ist.
| Lieferant in der EU | Lieferant in den USA oder China | |
|---|---|---|
| Zoll an der Grenze | keiner | seit 01.07.2026 pauschal 3 € je Warenkategorie |
| Einfuhrumsatzsteuer | keine | fällt zusätzlich an |
| Umsatzsteuer beim Einkauf | innergemeinschaftlicher Erwerb, § 1a UStG | Einfuhr |
Zur linken Spalte zwei Sätze aus dem Gesetz. Die Erwerbsschwelle liegt bei 12.500 € im Kalenderjahr (§ 1a Abs. 3 Nr. 2 UStG); wer darunter bleibt und keinen Vorsteuerabzug hat, tätigt keinen innergemeinschaftlichen Erwerb im Sinne der Vorschrift. Und die Verwendung deiner USt-IdNr. gegenüber dem Lieferanten gilt als Verzicht auf diese Schwelle und bindet dich mindestens zwei Kalenderjahre (§ 1a Abs. 4 UStG). Die Nummer in einem Spocket-Lieferantenprofil zu hinterlegen ist also eine Entscheidung, keine Formalie. Zur rechten Spalte rechnet der Zoll selbst vor: Zehn Paar Socken, zwei Kabelbinder und vier Hosen in einer Sendung sind drei Warenkategorien, also neun Euro Pauschale, Einfuhrumsatzsteuer extra.
Wer ausschließlich mit einem europäischen Lager arbeiten will, findet den Vergleich dazu in der BigBuy-Bewertung. Wer wissen will, was der Direktversand aus China inzwischen kostet, in der CJ-Dropshipping-Bewertung.
eBay.de: der Großhändler ja, der Marktplatz nein
Spocket wirbt mit eBay-Dropshipping in allen Plänen. Für eBay.de gilt der Grundsatz zum Direktversand: Erlaubt ist, Bestellungen von einem Großhändler ausführen zu lassen; nicht erlaubt ist, einen Artikel bei eBay einzustellen und ihn dann bei einem anderen Einzelhändler oder einem Marktplatz zu kaufen, der ihn direkt an deinen Kunden schickt. Ein Spocket-Lieferant, der eigene Ware auf Lager hält und in deinem Namen versendet, fällt in die erste Gruppe. Die integrierte AliExpress-Route fällt in die zweite. Beides läuft über dasselbe Konto, und nur eines davon ist auf eBay.de zulässig. Die Rechtslage im Detail steht im Leitfaden zum eBay-Dropshipping.
spocket.de ist nicht Spocket
Eine Kuriosität, die auf dem deutschen Markt real Verwirrung stiftet: Auf Platz 7 der deutschen Suchergebnisse zu spocket steht spocket.de. Die Seite verkauft am 06.10.2026 dünne Geldbörsen aus Tyvek, läuft auf einem Shop-Theme, bietet Deutsch, Polnisch und Englisch an und verlinkt auf spocket.pl und spocket.eu. Einen Link zu spocket.co hat sie nicht. Die deutsche Version des Dropshipping-Tools liegt unter spocket.co, wo Deutsch eine von rund 20 angebotenen Sprachen ist. Wer sich auf der .de-Adresse anmeldet, landet bei einem anderen Unternehmen.
Die Bewertungen, und was davon nachprüfbar ist
Die Zahl, die jeder öffentlich lesen kann, steht im Shopify App Store: 3,5 von 5 Sternen aus 621 Bewertungen, gelesen am 06.10.2026, für eine App, die seit dem 08.03.2017 gelistet ist und von Spocket aus Calgary, Kanada, stammt. Die eigene Startseite verweist auf über 15.000 Shopify-Bewertungen. Beide Zahlen stammen vom selben Tag, und welche Zählung hinter der größeren steht, erklärt die Startseite nicht. Wir drucken beide und keine Deutung.
Zwei Prüfungen, die du vor dem ersten Abo selbst machen kannst: Setz den Herkunftsfilter auf Deutschland und zähle die Produkte in deiner Nische. Und bestell eine Probe an eine deutsche Adresse, bevor du einen Jahresplan abschließt; die sieben Tage Probephase reichen für genau eine solche Lieferung.
Wo ZIK Analytics in dieser Kette steht
Nicht an derselben Stelle, und das vorweg: ZIK Analytics hat keine Lieferanten, importiert nichts in deinen Shop und hat laut eigenem Support keine direkte Shopify-Anbindung. Was ZIK beantwortet, ist die Frage vor dem Import. Der Shopify Sales Tracker schätzt für einen bekannten Shopify-Shop Verkäufe und Umsatz aus der Shop-Aktivität, als Modellschätzung mit täglicher Aktualisierung, nicht als Verkaufsbericht; mit dem Shopify Store Finder findest du Shops nach Land, Nische und Kanal. Für eBay.de zeigt die Produktrecherche zu einem Suchbegriff die verkauften Artikel, Angebote, Sell-through-Rate und Umsatz der letzten 7 bis 30 Tage.
Die Arbeitsteilung ist damit einfach: Erst prüfst du, ob ein Produkt in Deutschland gekauft wird, dann suchst du bei Spocket oder anderswo den Lieferanten dafür. Ein Lieferantenkatalog, auch ein europäischer, bleibt das, was du anbieten könntest, nicht das, was jemand kauft.
Das Fazit
Spocket ist für einen Verkäufer aus Deutschland interessanter als für die meisten anderen, weil der EU-Anteil seiner Lieferanten seit Juli 2026 einen messbaren Vorteil an der Grenze hat und die Umsatzsteuer beim EU-Einkauf im Regelfall ein Nullsummenspiel ist. Dem stehen Fixkosten von 288 bis 480 $ im Jahr gegenüber, bevor du etwas verkauft hast, eine Produktgrenze, die im Starter-Plan bei 25 liegt, und eine 80-%-Zahl, von der du den deutschen Teil selbst herausfiltern musst.
Die Reihenfolge ist deshalb: Herkunftsfilter auf Deutschland, Produkte in deiner Nische zählen, eine Probe bestellen, dann entscheiden. Und vor all dem die Frage, ob der Artikel hier überhaupt gekauft wird, denn die beantwortet kein Lieferant.
Häufige Fragen
Was ist Spocket?
Spocket ist eine Dropshipping-Software mit eigenem Lieferantenmarktplatz. Du wählst Produkte aus dem Katalog, importierst sie in deinen Shop, und wenn ein Kunde bestellt, geht die Bestellung an den Lieferanten, der direkt an den Kunden versendet. Spocket beschreibt sich am 06.10.2026 als automatisierte Dropshipping-Software, die den Shop vereinfacht und Trendprodukte findet, und wirbt mit 80 % Lieferanten aus den USA und der EU, Markenrechnungen, Bestellungen ohne Mindestmengen und Chat-Support rund um die Uhr. Angebunden sind unter anderem Shopify, WooCommerce, Wix, BigCommerce, Squarespace, Amazon und eBay.
Ist Spocket kostenlos?
Je nachdem, welche Seite du liest. Die Preisseite von spocket.co beginnt am 06.10.2026 mit Starter für 39,99 $ im Monat und nennt für die Pläne eine Probephase von sieben Tagen. Die Spocket-Seite im Shopify App Store führt zusätzlich einen Plan zu 0 $, darüber Starter 39,99 $, Pro 59,99 $ oder 288 $ im Jahr und Empire 99,99 $ oder 684 $ im Jahr. Ohne Bezahlplan bleibt der Funktionsumfang entsprechend klein; was genau der 0-$-Plan enthält, listet die App-Seite nicht auf.
Wie sind die Bewertungen von Spocket?
Die nachprüfbare Zahl ist die im Shopify App Store: 3,5 von 5 Sternen aus 621 Bewertungen, gelesen am 06.10.2026, für eine App, die seit dem 08.03.2017 im Store ist und von Spocket aus Calgary, Kanada, entwickelt wird. Die eigene Startseite verweist auf über 15.000 Shopify-Bewertungen; welche Zählung dahinter steht, erklärt die Seite nicht. Trustpilot und Capterra halten in Deutschland eigene Suchplätze, deren Werte sich ändern; lies sie am Tag deiner Entscheidung selbst.
Hat Spocket deutsche Lieferanten?
Spocket nennt keine Zahl für Deutschland und keine für die EU allein, nur die Summe von 80 % für USA und EU zusammen. Das Hilfe-Center beschreibt einen Filter, mit dem du wählst, aus welchem Land die Produkte kommen und in welches Land sie geliefert werden können, und schreibt, dass viele Lieferanten weltweit versenden, die Einstellungen aber je Lieferant unterschiedlich sind. Die Antwort auf die Frage findest du also nur im angemeldeten Konto mit dem Herkunftsfilter auf Deutschland oder einem EU-Land.
Was kostet Spocket im Jahr?
Die Preisseite nennt am 06.10.2026 bei Jahreszahlung Professional für 24 $, Empire für 57 $ und Unicorn für 79 $ im Monat, mit ausgewiesenen Ersparnissen von 432, 516 und 2.563 $ gegenüber der Monatszahlung. Der Shopify App Store nennt Pro für 288 $ und Empire für 684 $ im Jahr. Alle Angaben in US-Dollar; Wechselkurs und Umsatzsteuer kommen auf deiner Abrechnung dazu.
Ist spocket.de die deutsche Seite von Spocket?
Nein. spocket.de steht am 06.10.2026 auf Platz 7 der deutschen Suchergebnisse zu spocket, verkauft aber dünne Geldbörsen aus Tyvek, läuft auf einem Shop-Theme und verlinkt auf spocket.pl und spocket.eu, nicht auf spocket.co. Das Dropshipping-Tool liegt unter spocket.co, und dort ist Deutsch eine der angebotenen Sprachen. Wer sich auf spocket.de registriert, landet bei einem anderen Unternehmen.